Mit einem Vorwort von Michael Krüger und einer Bibliographie von Timm Reimers. Herausgegeben von Markus Bernauer, Constanze Baum, Gesa Horstmann, Cornelia Ortlieb und Petra Plättner. Dieser Band zu Norbert Millers 75. Geburtstag am 14. Mai 2012 enthält acht Essays zur europäischen Literatur- und Kulturgeschichte vom 18. bis zum 20. Jahrhundert, von Daniel Defoe und dem Paradox des Romanciers, der keine Romane schreiben wollte, bis zum Lyriker W. H. Auden als großem Opernlibrettisten. Daneben stehen Studien zu Grundfragen der Kulturgeschichte: zum Griechenstreit, der den europäischen Klassizismus revolutionierte, zu Garten und Landschaft um 1800 (erschrieben von Jean Paul), zur unheimlichen Verlebendigung der Sphinx in ihrem Schauen und zur erfundenen Wirklichkeit in der Literatur und ihrer Rückstrahlung ins Leben. Essays über Dr. Jekyll und Mr. Hyde sowie über die Vertauschung von Innen- und Außenraum beschließen den Band. Ergänzt wird er durch eine Bibliografie der Schriften des Verfassers.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.05.2012
Lehrreich findet der Rezensent sie sowieso, die Essays des großen Komparatisten Norbert Miller. Dass sie auch imstande sind, die Neugier zu wecken, auf W. H. Auden, Daniel Defoe oder die Schicksale literarischer Einbildungskraft, das weiß er spätestens seit der Lektüre der hier erstmals bibliografierten acht Essays aus dem riesigen Gesamtwerk des Autors. Besonders schätzt Jens Bisky Miller für seine Gerechtigkeit im Urteil, das, wie er bewundernd feststellt, nie ohne Vergewisserung der Motive und Eigenarten des jeweiligen Autors gefällt würde.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.05.2012
Rezensent Thomas Meissner begrüßt diese Sammlung von Essays Norbert Millers, die unter dem Titel "Paradox und Wunderschachtel" erschienen sind. Er schätzt den Germanisten als Grenzgänger, der über Kunst, Musik und Literatur gleichermaßen kundig zu schreiben weiß. Die Essays des vorliegenden Bandes widmen sich Autoren wie Daniel Defoe, Robert Louis Stevenson, W. H. Auden, Jules Verne, aber auch Goethe, Jean Paul und Johann Joachim Winckelmann. Für Meissner dokumentieren sie eindrucksvoll den weiten Horizont des Autors und zeichnen sich durch ihren Kenntnisreichtum, ihre große Neugier und ihre Distanz zu germanistischen Moden und Fachjargon aus.
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