Norbert Miller

Die ungeheure Gewalt der Musik

Cover: Die ungeheure Gewalt der Musik
Carl Hanser Verlag, München 2009
ISBN 9783446232990
Gebunden, 448 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Mozart erschloss sich ihm spät, Beethoven blieb ihm fremd, Schubert nahm er nicht zur Kenntnis - und doch war Musik für Goethe eine das Leben bestimmende Macht. Die frühen Gedichte sind Lieder, die für Herder gesammelten Volkslieder aus dem Elsass versah er mit Melodien, und seine Sturm-und-Drang-Hymnen sang der Dichter Wind und Wetter entgegen. Gemeinsam mit Jugendfreund Philipp Kayser, später mit den Komponisten Johann F. Reichardt und Carl F. Zelter verfolgte Goethe die Vision einer sich in Musik vollendenden Dichtkunst. Norbert Miller erzählt die ungewöhnliche Geschichte dieser Utopie: ein Panorama der musikalischen Lyrik im goldenen Zeitalter der Dichtung in Deutschland.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.01.2010

Sehr erfreulich findet es Eckhard Heftrich, dass der von ihm ohnehin sehr geschätzte Germanist Norbert Miller in seinem Buch auch den allzu simplen Urteilen über Goethes Ablehnung zeitgenössischer Musik und der daraus gezogenen Schlussfolgerung, Goethe habe keine tiefe Beziehung zur Musik gehabt, eine kenntnisreiche, umfassende und detaillierte Betrachtung widmet. Eine Wissensvermehrung ohne jegliche Anstrengung sollten die Leser allerdings nicht erwarten, warnt der Rezensent und findet das der Komplexität des Themas auch angemessen. Und so nimmt er nicht nur aufmerksam die Einführung des Autors in das Thema "Lied und Lyrik nach 1750" zur Kenntnis, er liest auch mit großem Interesse über die drei Komponisten Philipp Christoph Kayser, Johann Friedrich Reichardt und Carl Friedrich Zelter. Lediglich Millers Kapitel über Goethes Verhältnis zu Beethoven erscheint dem ansonsten sehr eingenommenen Rezensenten nicht ganz so "wohlproportioniert" wie der Rest der meisterlichen Arbeit.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.10.2009

So ehrenhaft die Aufgabe, die sich der Autor stellt, so wenig überzeugend erfüllt Norbert Miller sie in seiner Studie zu Goethes Musikverständnis. Zu diesem Schluss kommt Stephan Speicher, nachdem er sich von Miller Goethes Begegnungen mit den Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy, Philipp Christoph Kayser und Johann Friedrich Reichardt hat schildern und auseinandersetzen lassen und damit Goethes Präferenz erstens der Person (vor dem musikalischen Werk), zweitens des Ideals der Einfachheit (der Melodie) und drittens der Dichtung (wie auch sonst). Goethes Verhältnis zur Musik als ein von Abwehr und Bewunderung bestimmtes, eher selektives, mindestens aber zurückhaltendes zu bezeichnen, erscheint Speicher angemessen. Nur dass der Autor mit seinem "mit geschäftiger Hand" ausgebreiteten Material eigentlich das Gegenteil beweisen wollte.

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