Simone Stölzel

Nachtmeerfahrten

Die dunkle Seite der Romantik
Cover: Nachtmeerfahrten
Die Andere Bibliothek, Berlin 2013
ISBN 9783847703389
Gebunden, 350 Seiten, 36,00 EUR

Klappentext

Die Visionen der Romantik haben die europäische Kultur der vermeintlich aufgeklärten Moderne geprägt - so viel epochaler Anfang war nie. Ob in der Philosophie, der Literatur oder der Kunst, die Romantik war eine wunderbare Neuaneignung unseres Welt- und Selbstverständnisses. Zu ihrer Konsequenz geführt aber wird die romantische Idee erst in der Schwarzen Romantik - erst diese leuchtet die Abgründe der Seele, das uns Fremde, die andere Seite der Vernunft aus und lässt die Utopie vom besseren Menschen brüchig aussehen. Die Kulturwissenschaftlerin Simone Stölzel unternimmt essayistische "Nachtmeerfahrten", literarisch-anthologische Erkundungen der schillernden schwarzromantischen Bilder- und Symbolsprache. "Nachtmeerfahrten" beleuchtet die dunklen, die anderen Seiten berühmter Autoren und geleitet uns in eine Welt der Geister und Schatten, die gerahmt und illustriert wird von Werken der bildenden Kunst.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.05.2013

Thomas Meissner findet Simone Stölzels Anliegen in "Nachtmeerfahrten" eigentlich ziemlich löblich. Die Autorin möchte den dunklen Motiven der Romantik auf die Spur kommen, den Seelenfinsternissen, Gespenstern, dem Wahnsinn und dem Weltenbrand, berichtet er. Stölzel bezieht sich dabei auf viele Werke der klassischen Romantik, die sie eher referiert als interpretiert, erklärt der Rezensent, den die Form gelegentlich an ein Lesebuch erinnert hat. Gerade weil die Autorin aber gegen eine ähnliche Studie von Mario Praz wettert und ihm vorwirft, seine Textauswahl umfasse Werke, die weder romantisch noch romantisierend seien, findet Meissner es problematisch, dass auch sie sich regelmäßig verrennt und alles Mögliche romantisch nennt. Ihr Romantik-Begriff ist nicht weniger "blass und diffus" als der von Praz, meint der Rezensent. Sollte sich noch einmal jemand dieser Aufgabe stellen, Meissner wünschte sich eine klarere Unterscheidung von "Urbild und Abbild".

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