Jeffrey B. Russell nimmt die Ewigkeit in den Blick: den Himmel. Er räumt auf mit den Klischeevorstellungen des Guten, die sogar den Himmel ganz unerträglich erscheinen lassen. Hingegen präsentiert der Autor das Paradies, wie es von Schriftstellern, Philosophen und Künstlern in der Geschichte unserer Zivilisation prächtig und bunt vorgestellt und ausgemalt wurde. Russell behandelt nicht nur die Himmelskonzepte der antiken Juden, Griechen und Römer oder im frühen und mittelalterlichen Christentum, sondern auch die intellektuellen Interpretationen des Himmels.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.10.1999
Einen äußerst inspirierten Verriss hat Wolfgang Sofsky zu diesem Buch vorgelegt. Zwar zeigt er sich sehr begeistert von der Thematik - was wohl sein wird, wenn man denn mal in den Himmel kommt, ob es da Hierarchien gibt, Erbarmen, ob alle gleich nah bei Gott sind oder gar Langeweile vorherrscht. Umso mehr bedauert er, dass bei Russells Buch diese "phänomenologische und anthropologische Struktur der spirituellen Widerfahrnisse" zu kurz kommt. Dafür stünden die Bekenntnisse und Überzeugungen des Autors zu sehr im Vordergrund. Auch meint Sofsky, dass Russell wenig Bereitschaft zu logischem Argumentieren, Zweifeln und kritischem Hinterfragen zeigt.
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