Aus dem Amerikanischen von Carl Freytag. Wie wahrscheinlich ist es, einer bestimmten Person zu begegnen, im Lotto oder im Kasino zu gewinnen, Opfer einer Krankheit, einer Straftat oder eines Flugzeugabsturzes zu werden? Warum ist es nicht sonderlich erstaunlich, wenn sich auf einer Party zwei Menschen mit demselben Geburtstagsdatum befinden, oder wenn wir feststellen, dass unser Nachbar der Vetter des Hausmeisters unseres Bruders ist, wieso ist es noch kein Zeichen für einen Modetrend, wenn wir an einem Tag drei Menschen mit grünen Haaren treffen? Der Mathematikprofessor Jeffrey S. Rosenthal erklärt die Mechanik des Zufalls und zeigt, dass wir zwei Möglichkeiten haben: Opfer des Zufalls zu werden oder zu lernen, ihn zu verstehen. Dann werden wir die besseren Entscheidungen treffen und lernen, den Zufall für unsere eigenen Zwecke zu nutzen. Quintessenz seines verständlichen und unterhaltsamen Buches: Es ist möglich, die Ungewissheiten des Lebens realistisch einzuschätzen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.10.2007
"Nur teilweise treffsicher" findet Rezensent Burkhard Müller Jeffrey S. Rosenthals Buch über das Phänomen des Zufalls. Keine Einwände hat er gegenüber Rosenthals Behandlung des Zufalls am Beispiel des Glücksspiels. Interessant erscheint ihm, wie der Autor menschliche Irrationalität statistisch bloßlegt: So sei ein Lottogewinn ebenso wahrscheinlich wie ein Unfalltod, und doch freute man sich gemeinhin mehr auf ersteres als man letzteres fürchte. Burkhard Müller fragt sich hier jedoch, wieso manche Menschen so viel häufiger angefahren werden als andere und tippt auf das Träumertum als statistisch schwer fassbare Variable. Nicht nur hier, findet er, stößt die Rosenthal'sche Statistik an ihre Grenzen: So könne man die Börse nicht behandeln wie ein Glücksspiel, und sein Leben an statistischen Kalkulationen ausrichten, wenn gerade die "optimistische Fehlkalkulation" zuweilen die Voraussetzung für Erfolg darstelle, sei nun wirklich nicht vernünftig. Richtiggehend "ärgerlich" fand er den Teil zur Meinungsforschung, in dem Statistiker, die bei einer Wahlprognose daneben lagen, zu "Opfern der Demokratie" erklärt werden. Den Titel zur Besprechung des Zufallsbegriffs in der Physik, "Was verursacht den Zufall?", geht aus seiner Sicht schließlich ganz an der Sache vorbei: Denn zufällig seien eben alle Vorgänge, für die sich keine Ursache ermitteln lasse.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 15.05.2007
Rundum glücklich ist Oliver Pfohlmann mit dieser Einführung in die Wissenschaft vom Zufall, die der Statistik-Professor Jeffrey S. Rosenthal vorgelegt hat. Er lobt das Werk als "anschaulich", "lebendig" und auch für Nicht-Mathematiker gut verständlich geschrieben. Angetan hat es ihm der Ansatz des Autors, alltagstaugliche Anwendungsmöglichkeiten der Wahrscheinlichkeitslehre aufzuzeigen. So preist er das Buch besonders als "Pflichtlektüre für passionierte Spieler". Aber auch der durchschnittliche Leser wird aus der Lektüre seines Erachtens Gewinn ziehen. So lehre das Buch, nicht nur Meinungsumfragen oder die Ergebnisse von Medikamentenstudien richtig zu lesen, sondern auch Statistiken. Deutlich wird für Pfohlmann auch der alltägliche Nutzen eines für Chancen und Riskio geschärften Blicks, schützt dieser doch vor überzogenen Hoffnungen und Ängsten.
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