Welche Rolle spielen Zufall und Risiko, Krisen und neue Chancen in Natur und Gesellschaft? Die Vorstellung einer deterministischen Welt mit eindeutig vorherbestimmter Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist eine Fiktion. Zufall erweist sich als das zentrale Thema der modernen Natur- und Sozialwissenschaften. Viele zufällige Einzelereignisse können zusammen nichtzufällige Eigenschaften haben. So entstehen neue Ordnungen in einem Meer von Zufallsfluktuationen. Das Universum ist dafür selbst ein Beispiel: Im kosmischen Strom der Entropie bilden sich Generationen von Sternen und galaktischen Strukturen. Aber auch Leben entstand am Rand des Zufalls. Die Evolution zeigt, wie zufällige Veränderungen von DNS-Information und Umweltbedingungen über Eigenschaften von Organismen entscheiden. Klaus Mainzer schildert die Rolle des Zufalls in allen nur denkbaren Zusammenhängen: in der Mathematik und Wahrscheinlichkeitstheorie, beim Roulette und an der Börse, der Thermodynamik und der Quantenphysik, bei Computern und in der Informationstheorie, der Hirnforschung und in Wirtschaft und Gesellschaft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 15.05.2007
Durchaus lohnend scheint Oliver Pfohlmann die Lektüre dieses Buchs über den "kreativen Zufall", das der Philosoph und Wissenschaftstheoretiker Klaus Mainzer, ein Vertreter der Theorie komplexer Systeme und nichtlinearer Dynamik, vorgelegt hat. Allerdings will Pfohlmann nicht verhehlen, dass das Buch bisweilen überaus dicht geschrieben ist und dem Leser einiges abverlangt. Er spricht in diesem Zusammenhang von einer "Tour de force" durch Gebiete wie Quantenphysik, Kosmologie, Computerkryptografie oder den Random-Walk der Finanzmärkte. Doch hat aus dem Buch einiges gelernt. Ordnung, referiert er den Autor etwa, entstehe immer nur als temporäre Insel im Meer chaotischen Zufallsrauschens.
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