Verfasst mit Jenna Krajeski. Aus dem Englischen von Ulrike Becker, Jochen Schwarzer und Thomas Wollermann. Am 3. August 2014 endet das Leben, wie Nadia Murad es kannte. Truppen des IS überfallen ihr jesidisches Dorf Kocho im Norden Iraks. Sie töten die Älteren und verschleppen die Jüngeren. Kleine Jungen sollen als Soldaten ausgebildet werden. Die Mädchen werden verschleppt und als Sklavinnen verkauft. An diesem Tag verliert Nadia Murad 44 Angehörige. Für sie beginnt ein beispielloses Martyrium: Drei Monate ist sie in der Gewalt des IS, wird Opfer von Demütigung, Folter, Vergewaltigung. Nur mit Glück und unvorstellbarem Mut gelingt ihr die Flucht vor ihren Peinigern. Sie schafft es in ein Flüchtlingslager und kommt von dort aus nach Deutschland.
Tausende andere junge Frauen befinden sich bis heute in der Gewalt des IS. Deren Stimme zu sein und sie zu befreien hat Nadia Murad sich zur Aufgabe gemacht. Heute kämpft sie dafür, dass das Verbrechen des IS als Völkermord anerkannt wird und die Verantwortlichen vor den Internationalen Strafgerichtshof gestellt werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 29.12.2017
Susanne Lenz zeigt sich tief berührt von Nadia Murads Bericht über ihr Martyrium als Jesidin im Irak und Sexsklavin des IS in Mossul. Die Beschreibungen der Gefangenschaft und der Vergewaltigungen sind für sie nur schwer erträglich. Nicht weniger ist es der Versuch, die Überwindung nachzuvollziehen, die das Erzählen ihrer Geschichte die aus einer konservativen Kultur stammende Autorin gekostet haben muss. Umso mehr freut sich Lenz, über die Flucht der Autorin zu lesen, über ihren Weg bis ans Rednerpult der Vereinten Nationen. Ein schmerzhaftes, ein wichtiges Buch, findet sie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.12.2017
Rezensentin Matthias Hertle lernt die ganze Brutalität des IS-Regimes kennen in diesem mit der Journalistin Jenna Krajewski verfassten Buch der Jesidin und heutigen Sonderbotschafterin der Vereinten Nationen für die Würde der Überlebenden von Menschenhandel Nadia Murad. Der Kritiker liest hier, wie sechs von Murads Brüdern von den Dschihadisten hingerichtet werden, sie selbst als Sexsklavin verkauft und monatelang gequält, gefoltert und vergewaltigt wird, während Tausende von Jesiden ausgelöscht wurden. Darüber hinaus erhält Hertle in diesem aufrüttelnden Buch nicht nur Einblicke in das System des IS, sondern erfährt auch einiges über die jesidische Verfolgungsgeschichte.
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