Es ist höchste Zeit für einen radikal neuen Ansatz im Umgang mit dem Syrienkonflikt und dem IS. Die These ist provokant: Eine politische Lösung für den Terrorismus und den Syrienkrieg ist möglich, aber nur, wenn alle Parteien an einem Tisch sitzen - auch der sogenannte Islamische Staat. Genau das aber war bislang undenkbar.
Müssen wir also mit dem IS verhandeln, ihm gar Land überlassen? Tatsache ist: Jene zornigen jungen Männer, die dem IS seine brutale Kraft verleihen und damit nicht nur den Nahen Osten oder Afrika bedrohen, sondern auch uns in Europa, können nicht allesamt weggebombt werden. Und wo herkömmliche Politik und Krieg versagen, muss neu gedacht und gehandelt werden.
Thomas Carl Schwoerer plädiert in dieser Streitschrift dafür, Denkverbote zu überwinden, um Menschenleben zu retten - und nebenbei eine der wichtigsten Flüchtlingsursachen zu bekämpfen. Er fordert nichts geringeres als einen neuen Friedensprozess.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.09.2016
Thomas Carl Schwoerers Streitschrift scheint dem Rezensenten Rainer Hermann viel Richtiges zu enthalten. So die Ansicht, dass militärische Interventionen des Westens eine Destabilisierung des Nahen Ostens nicht abwenden können. Die vom Autor propagierte Friedenspolitik hat für Hermann dennoch ihre Tücken. Dass Schwoerer diese selbst erkennt und formuliert, findet der Rezensent hilfreich. Etwa sind Verhandlungen mit dem IS nicht mit der UN-Charta vereinbar, und auch ein Adressat für Friedensgespräche wird beim IS schwer auszumachen sein, erklärt der Autor. Allerdings sieht Schwoerer auch die Chance, mit Stammesführern zu sprechen und so den IS zu spalten, meint Hermann. Die Schwierigkeit der Sachlage scheint ihm der Autor jedenfalls in einigen Punkten vermitteln zu können.
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