Wieder mit Plastiktüten nach Hause gekommen? Das Billig-T-Shirt aus dem Discounter war einfach zu günstig? Schon wieder Essensreste weggeworfen? - Es gibt viele Gründe, sich zu schämen. Und ebenso viele Gründe, endlich etwas zu ändern. Die Umweltwissenschaftlerin und Biologin Jennifer Jacquet öffnet uns die Augen für die enorme Wirkungskraft eines uralten Begleiters der Menschen, des Schamgefühls. Umgerüstet auf die Bedingungen und Möglichkeiten der neuen Medienwelten und richtig angewandt, hat die Scham das Potenzial, die Begrenzungen der Schuld zu sprengen und den Umgang mit Ungerechtigkeit, verfehlter Politik und schlechten Praktiken großer Konzerne in einer globalisierten Welt für immer zu revolutionieren. Jennifer Jacquet macht deutlich, wie wichtig es ist, dass wir uns schämen - denn mit der Scham kommt die Erkenntnis. So entsteht ein brillanter Gegenentwurf zu allen bisherigen Einschätzungen dieses Gefühls: Jacquet zeigt, wie wir über das Schamgefühl gesteuert werden und es als politisches Instrument für eine bessere Welt benutzen können.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.06.2015
Einen interessanten, aber leider nicht ganz überzeugenden Beitrag zur Debatte um öffentliche Beschämung, etwa durch "Online-Pranger" hat Rezensent Johan Schloemann mit Jennifer Jacquets Buch "Scham" gelesen. Durchaus nachvollziehbar findet der Kritiker die These der amerikanischen Internet- und Umweltaktivistin, dass öffentliche Beschämung "im rechten Maß" sinnvoll sein könne, etwa wenn es um Korruption in Konzernen oder Investmentbanken gehe. Praktisch erscheinen ihm Jacquets Überlegungen allerdings nicht zu Ende gedacht, auch religions- und ideengeschichtliche Ansätze vermisst der Kritiker hier. Und so bleibt er insbesondere mit Blick auf den "digitalen Lynchmob" nach der Lektüre mit dem Wunsch nach weniger statt mehr öffentlicher Beschämung zurück.
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