Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.01.2009
Klein aber oho findet Ulrich Rüdenauer diesen Roman von Jens Wonneberger. So beiläufig ihm das Kammerspiel um die Abgründe des Alltags erscheint, wenn der Held, schrulliger Nachfahre aller unbehausten Angestelltenfiguren der Literatur, wie Rüdenauer vermerkt, Glück und Unglück des heimlichen Observierens seiner Nachbarn durchlebt, entwickelt sich das für den Rezensenten zum Tableau von der Entfremdung von Ich und Welt. Wonnebergers trauriger, lakonischer Ton, der Rüdenauer angenehm an den frühen Wilhelm Genazino erinnert und der "manchmal ins Komische kippt", beschert ihm ein wunderschönes Lektüreerlebnis.
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