Eleonora Hummel

In guten Händen, in einem schönen Land

Roman
Cover: In guten Händen, in einem schönen Land
Steidl Verlag, Göttingen 2013
ISBN 9783869306629
Gebunden, 336 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Vikas Mutter lebt. Sie hat nur etwas Schlimmes getan. Deswegen darf sie nicht mit ihrer Tochter zusammen sein. Es ist ihre Strafe, nicht Vikas. So viel hat das Mädchen verstanden. Warum aber ihre Mutter, Olessia, eine halbe Ewigkeit im russischen Arbeitslager verbringt, das sagt ihr niemand. Nicht die Erzieherinnen im Kinderheim, und auch nicht Nina. Obwohl die es wissen müsste. Sie war ja selbst im Gulag, kam nur früher frei, hat Vika gefunden und liebt sie jetzt. Mit Olessias Befreiung geht für alle drei der Kampf in eine neue Runde, gegen den russischen Winter und den Sowjet-Apparat, um einen Menschen an der Seite und für eine eigene, endlich glückliche Geschichte. Jede kämpft mit ihrer Waffe: mit kindlicher Logik die eine, mit Zähigkeit die andere und mit der Kunst die dritte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.10.2013

Den authentischen Stoff um das Schicksal einer ukrainischen Schauspielerin, die Jahre der Qual in einem kasachischen Lager überlebt, findet Nicole Henneberg in diesem Roman von Eleonora Hummel in eindringlichen Szenen und Passagen überzeugend umgesetzt. Der Autorin, die selbst aus Kasachstan stammt, ist laut Henneberg die Studie eines starken Menschen gelungen, der im Gedächtnis bleibt. Allerdings vor allem in den Lagersequenzen. Jenseits davon erscheint die Figur der Rezensentin mitunter blass. Und so bewundernswert nachdenklich, behutsam und unpathetisch Hummel sich den heiklen Erinnerungen der Figur nähert, so sehr haben Henneberg die vielen Floskeln im Buch irritiert, die oft unmittelbar neben berührenden Momenten im Text auftauchen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 23.09.2013

"Ein schönes, klares Deutsch" bescheinigt Cornelia Geißler der in Kasachstan geborenen Eleonora Hummel, die mit "In guten Hänen, in einem schönen Land" ihren zweiten Roman vorlegt. Darin geht es um eine vom stalinistischen System auseinandergerissene Familie: das Mädchen Vika wächst im Heim auf, weil ihre Mutter Olessia als bürgerlicher Schädling ins Arbeitslager gesteckt wurde, fasst die Rezensentin zusammen. Dort freundet sich Olessia mit Nina an, die sich, nach ihrer Entlassung, um Vika kümmern soll. Als nach Jahren auch Olessia freikommt, bildet sich eine Dreierbeziehung, und es entfaltet sich das "Drama des von Staats wegen verpfuschten Lebens", so Geißler, die das Buch merklich beeindruckt hat.
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