Aus dem Amerikanischen von Sabine Schulz. Todfeinde hatte Isaac Sidel schon immer, aber diesmal ist alles anders. Jetzt ist er da, wo er nie hinwollte: im Weißen Haus, als Präsident der Vereinigten Staaten. Den Law-and-Order-Mann von der Lower East Side hatte keiner auf der Rechnung, und als Neuling verfängt er sich prompt im Netz der Macht. Er kann keinen Schritt mehr ohne den Secret Service und seinen Adjutanten mit dem Atomkoffer tun. Seine Glock ist nur noch Requisit - und seine Partei würde ihn lieber heute als morgen absägen.
Bald zeigt sich, Isaacs Leben ist in höchster Gefahr. Doch wer betreibt seinen Tod und warum? Die Washingtoner Elite, Gangstersyndikate, Spätkommunisten, die Finanzwelt? Unaufhaltsam dreht sich die Spirale einer weltumspannenden Verschwörung. Und Präsident Sidel ist die Spielfigur einer aberwitzigen Lotterie um Leben und Tod.
Im Perlentaucher:
Die Aura der Brutalität
Isaac Sidel Format. Er ist ein Super-Cop, idealistisch, integer, anständig. Er hat mit dem organisierten wie mit dem unorganisierten Verbrechen paktiert, aber er hat nie Beute gemacht. Und Jerome Charyn ist ein Autor, der Politik, Mythologie und Popkultur zu wilder Krimi-Poesie verbindet. Thekla Dannenberg in Mord und Ratschlag
Elmar Krekeler kann die Parallelen nicht übersehen zwischen Jerome Charyns 12. Isaac-Sidel-Thriller, in dem der jüdische Ex-Kriminelle, Ex-Polizist Sidel ins Weiße Haus einzieht, und dem realen Wahn in Washington. Das, obgleich das Buch schon geschrieben war, als Trump gewählt wurde. Dafür, dass der Text auch ohne Trump funktioniert, sorgen laut Rezensent 28 Jahre Thriller-Erfahrung und Material. Beides bringt Charyn hier gekonnt unter, vermengt Geheimdienste, Geldfälscher, Russenmafia, Kafka, Le Carré unter dauerndem Drehen an der "Irrsinnsschraube" zu einem irrsinnigen Tollhausreigen und kriegt dennoch die Kurve, staunt Krekeler.
Rezensent Tobias Gohlis freut sich über den nunmehr zwölften Band von Jerome Charyns mythischer Kriminalsaga. Er folgt hier dem Juden Isaac Sidel, der es im Jahre 1989 zum Präsidenten der Vereinigten Staaten geschafft hat, aber nicht nur mit den Intrigen seiner Stabschefin und seines Vizepräsidenten zu kämpfen hat, sondern auch von russischen Gangstern bedroht wird. Wie Charyn Spannung aufbaut und mit kulturellen Referenzen spielt, hat dem Kritiker gefallen. Vor allem aber erscheint ihm dieser grandiose Krimi um einen Präsidenten, der die USA zu einem "großen Wohlfahrtsstaat" machen will wie ein "Märchen" aus vergangenen Zeiten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.01.2017
Rezensent Fritz Göttler liest den zwölften (!) Roman von Jerome Charyns Isaac-Sidel-Saga wie ein lebenslustiges, komisches und subversives Gegenstück zu aktuellen amerikanischen Verhältnissen. Wenn Charyn seinen Polizeikommissar zum US-Präsidenten wider Willen macht und ihn sich als Werwolf im Weißen Haus mit den ganz großen, gefährlichen globalen Gemeinschaften anlegen lässt (mit Geheimbünden und Wirtschaftskonglomeraten und der Mafia), erkennt Göttler das politische Anliegen des Textes im Mantel des Märchens. Ein beeindruckender jüdischer Gegenentwurf von der Geschichte und Zukunft der USA, meint Göttler.
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