Jerome Leroy

Die Verdunkelten

Kriminalroman
Cover: Die Verdunkelten
Edition Nautilus, Hamburg 2018
ISBN 9783960540830
Gebunden, 224 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Cornelia Wend. Man nennt sie die "Verdunkelten". Plötzlich gehen sie, eines Morgens, nehmen nur das absolute Minimum mit sich, oder auch gar nichts. Ohne eine Spur verlassen sie ihre Partner, Kinder, Haustiere - so viele, dass die Polizei nicht einmal mehr Vermisstenanzeigen aufnimmt. Sie lösen sich in Luft auf, wie die ganze Epoche sich auflöst: Öffentliche Gebäude und Plätze sind von Attentaten verwüstet, der Müll wird nicht mehr abgeholt, Tränengas hängt in der Luft. Seit den Anschlägen von 2015 befindet sich Frankreich in einem Zustand ständigen Aufstands. Der Geheimdienst versucht, dem Phänomen auf die Spur zu kommen.Auch Guillaume Trimbert, 55 Jahre alt, Autor, ehemaliger Lehrer, ehemaliger Ehemann, ehemaliger Held linksextremer Demos, hat eine "Gefährder-Akte", und Agnès Delvaux, gerade 30 Jahre alt, Hauptmann des Geheimdienstes, beobachtet ihn. Sie dringt in seine Wohnung ein, sobald er diese verlässt. Aber was treibt sie dazu, nicht nur seinen Briefkasten zu durchwühlen, sondern auch an seinen Hemden zu schnuppern und seine Platten zu hören?

Im Perlentaucher: Londoner Regeln

Ebenfalls eine Art linker Geheimdienstfantasie ist Jérôme Leroys "Die Verdunkelten". Doch während Mick Herron auf Humor und Ironie setzt, ist bei Leroy alles Melancholie. Thekla Dannenberg in Mord und Ratschlag

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 31.10.2018

Rezensent Alex Rühle fand Jérôme Leroys Grundidee, dass etliche Menschen plötzlich kollektiv beschließen könnten, einfach aus ihrem Leben zwischen "Büroalltag und Feierabendehe" auszusteigen, eigentlich sehr charmant. Dumm nur, dass im Roman nicht erklärt wird, wie der Wechsel vom erdrückenden spätkapitalistischen Mief zur Öko-Selbstversorger-Idylle geglückt ist, sondern dass nur der Anfang der Bewegung und ihre Vollendung erzählt wird, klagt Rühle. Zu kitschig wird es ihm dann auch noch oft genug. Da wäre mehr drin gewesen, denkt sich der Rezensent.

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