Aus dem Englischen von Fred K. Prieberg. "Mad Men" ist die stilprägende Fernsehserie unserer Zeit. Sie erzählt von einer glamourösen Werbeagentur im New York der sechziger Jahre. Die Werber verkaufen Träume und leben sie selbst. Und wie war es damals wirklich? Noch viel, viel wilder. Niemand weiß das besser als Jerry della Femina, denn er war einer von ihnen: Sie kleideten sich elegant, hatten Sex im Büro und tranken unablässig Martinis. Davon erzählt er in seinen Erinnerungen "Der letzte Mad Man".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.06.2011
Das Interesse, Jerry della Feminas Bericht aus seiner Werbeagentur von 1971 wiederaufzulegen, sieht Jan Füchtjohann der Serie "Mad-Man" geschuldet. Dabei fällt dem Rezensenten auf, dass sich im Lauf der Editionsgeschichte des Buches etwas verändert hat: 1971 wollte Femina mit seinem Buch mit Werber-Mythen aufräumen, und er berichtet über Alkoholverbot in den Agenturen, neurotische Modells und die Angst des Werbers vor der Etatkürzung, während er sich gleichzeitig zum "bad boy der Branche" stilisiert. In der Wiederauflage mit einem neuen Vorwort versucht er nun die alten Mythen der Glamourwerbewelt der 60er Jahre wieder zu installieren, so Füchtjohann. Ihm scheint, dass die gute alte Werbekritik, die bislang Usus war, heute schlicht obsolet geworden ist, weshalb hier das Reden über die Glamour-Welt der Werber schlicht zur Märchenstunde wird.
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