James Poniewozik

Alle Scheinwerfer auf mich!

Die Geburt Donald Trumps aus dem Fernsehen und der Zerfall Amerikas
Cover: Alle Scheinwerfer auf mich!
Edition Tiamat, Berlin 2025
ISBN 9783893203314
Paperback, 424 Seiten, 32,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Sean Carty und Clara Schilling. Poniewozik verbindet eine Kulturgeschichte des modernen Amerikas mit einem aufschlussreichen Porträt des öffentlichkeitswirksamsten Amerikaners, der je gelebt hat. Poniewozik geht bis in die 1940er Jahre zurück, als Trump und das Werbefernsehen geboren wurden, und zeigt, wie Donald zu "einer Figur wurde, die sich selbst schrieb, einem Markenmaskottchen, das aus der Müslischachtel in die Welt sprang, einem Simulakrum, das die Sache, die es repräsentierte, ersetzte."

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 31.01.2026

Rezensentin Nina Apin lernt viel bei der Lektüre dieses Buches, in dem der Fernsehkritiker James Poniewozik zwei Aufstiegsgeschichten erzählt und parallel schaltet: den des amerikanischen Fernsehens und den Donald Trumps. Poniewozik beschreibt, wie in den 1980er Jahren aus vorher drei Kanälen sehr viele wurden, wie das Fernsehen deshalb nicht mehr auf den kleinsten gemeinsamen Nenner setzte, sondern auf knallige Promi-News - und wie Donald Trump in derselben Zeit Schlagzeilen machte, zunächst als Unternehmer, später selbst als Fernsehstar in "The Apprentice". Beide, Trump und das Fernsehen, passen perfekt zusammen, Show ersetzt Inhalt, der Politiker Trump verbindet sich in erster Linie mit Fox News. Wer in dieser Allianz wen kontrolliert ist laut Poniewozik keineswegs klar. Poniewozik ist, stellt Apin klar, auch in diesem gelegentlich Baudrillard belehnenden Buch weniger Politikwissenschaftler als Fernsehkritiker, er beschreibt hier - das Buch erschien erstmals 2019 - klug die erste Staffel der Trump-Politshow. Die zweite, liest Apin schaudernd im Vorwort zur deutschen Edition, legt noch einmal eine Schippe drauf.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.2025

Dafür dass über Donald Trump eigentlich schon fast alles von allen gesagt wurde, entdeckt Rezensent Jörg Thomann in diesem im Original bereits 2019 erschienene Buch des amerikanischen Fernsehkritikers James Poniewozik ziemlich viel Aufschlussreiches. Poniewozik schildert Thomas zufolge in "bestechender Schärfe", wie sich mit dem Kabelfernsehen die Regeln der Unterhaltungsindustrie änderten, wie Trump in "The Apprentice" lernte, die Formate zu bespielen und ein Spektakel zu bieten, als würde jeden Tag ein Flugzeug abstürzen. CNN machte die Nachrichten aufregender, Fox News das Publikum aufgeregter, HBO und NBC erkoren den Antihelden zum neuen Darling der Zuschauer: in der Fiktion Tony Soprano und im Reality-TV Donald Trump. Thomann leuchtet das alles ein, er empfiehlt den Band nachdrücklich. Bedauerlich findet er nur das schludrige Lektorat. 

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.10.2025

Ein kluges Buch nicht nur über Trump, sondern auch über das Fernsehen hat James Poniewozik geschrieben, meint Rezensent Thore Rausch. Tatsächlich gehören die beiden untrennbar zusammen, lernt Rausch von Fernsehkritiker Poniewozik, der junge Trump hatte einst den ersten Farbfernseher in seinem Stadtteil, später wurde er Fernsehstar, noch später quasi alleiniger Inhalt des Fernsehens. Ausführlich und klug bespricht der Autor Rausch zufolge unter anderem die Trump-Sendung "The Apprentice" und zeichnet außerdem die jüngere Entwicklung des Mediums nach, etwa was den Aufstieg der Dauernachrichtensendungen und des Kulturkampf-TVs seit den 1980ern betrifft. Immer noch hochaktuell ist dieses im Original 2019 erschienene Buch, findet der Rezensent, Poniewozik zeigt auf, wie Trump die Mechanismen des Fernsehens auf die Politik überträgt und seine eigene Politik an im Fernsehen Gesehenem ausrichtet. Dass bei Trumps Polit-Wut-Dauersendung etwas Positives herauskommen wird, glaubt Rausch nach der Lektüre freilich nicht.

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