Das Paradies liegt in der Vergangenheit: Wladimir Paromow lebte mit seiner jungen Ehefrau Lada auf der Krim, und sein Bruder Boris verlobte sich mit der schönen Veronika?… Doch als der Roman einsetzt, ist dies alles schon verloren: Der russische Bürgerkrieg reißt das Land in den Abgrund und bringt Tod und Verderben. Die Familien werden auseinandergerissen, die Brüder ziehen in den Krieg und kämpfen in der Weißen Armee gegen die Roten und später bei den Roten gegen die Weißen. Sie verabscheuen das Morden und werden doch immer tiefer verstrickt in einen Konflikt, der niemanden verschont und die Brüder zu Rivalen macht, auch in der Liebe. Der zu Lebzeiten prominente russische Schriftsteller Jewgeni Tschirikow (1864-1932) schrieb seinen berühmten Roman von der Liebe in Zeiten des Krieges 1922 im Prager Exil - denn der christlich geprägte Sozialrevolutionär verabscheute die Radikalität der bolschewistischen Politik und musste seine russische Heimat verlassen. Sein Roman entfaltet das Panorama einer blutigen Epoche als Absage an kriegerische Gewalt in jeglicher Form.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2023
Rezensentin Christiane Pöhlmann kann dem 1923 entstandenen historischen Roman von Jewgeni Tschirikow über den Bürgerkrieg in der Ukraine vor hundert Jahren kaum etwas abgewinnen. Die Absichtserklärung des Autors, er wolle alles getreu festhalten, nützt nicht allzu viel: Pöhlmann langweilt sich schrecklich, zumal dem Autor der Überblick fehlt und sein angeblich dokumentarischer Roman merkwürdig "enthistorisiert" und "entpolitisiert" daherkommt, wie sie schreibt. Und stattdessen? Sentenzen, Sentenzen, schimpft Pöhlmann. Über Gott und Teufel. Für die Rezensentin nicht mehr als eine "redundante Schmonzette".
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