Herausgegeben von Hans Dieter Zimmermann und mit einem Nachwort von Michael Frank. "Benes als Österreicher" ist das letzte Werk des tschechischen Schriftstellers und Diplomaten Jiri Grusa (1938-2011). Der Essay erschien kurz vor seinem Tode 2012. Der Dissident und Emigrant Grusa, der nach 1989 Botschafter seines Landes in Deutschland und Österreich war, setzt sich hier mit dem bekanntesten tschechischen Politiker des 20. Jahrhunderts temperamentvoll auseinander: mit Edvard Benes (1884-1948), der lange Außenminister und ab 1935 Präsident der Republik war, in schwieriger Zeit. Grusa fragt, ob er nur Opfer von Hitler und Stalin war oder doch nicht auch einen Teil zum Verhängnis beitrug, das sein Land in die Hände der beiden Despoten brachte. Grusa schrieb diesen Essay deutsch.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.11.2014
Wissenschaftlich exzellent und literarisch bedeutsam, jubelt Rezensent Hans-Peter Riese, nachdem er die ersten beiden Bände der nun von dem Bohemisten Hans Dieter Zimmermann und dem Literaturwissenschaftler Dalibor Dobias herausgegebenen Edition der Werke Jiri Gusas gelesen hat. Allein der unter dem Titel "Benes als Österreicher" erschienene Essay-Band zeigt dem Kritiker das Vermögen des Autors, der tschechischen Geschichte mit sarkastischem Humor entgegenzutreten. Riese ist nicht nur von Grusa unerschütterlichem Glauben an die parlamentarische Demokratie beeindruckt, sondern lobt insbesondere den gekonnten Umgang des Autors mit der deutschen Sprache.
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