In der Nacht des 20. August 1968 erschütterte die Nachricht vom Truppeneinmarsch in Prag die Weltöffentlichkeit. Mit der größten Militäraktion in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg beendeten die Sowjetunion und ihre Verbündeten den tschechoslowakischen 'Sozialismus mit menschlichem Antlitz'. Die Regierungen des Westens protestierten gegen den völkerrechtswidrigen Akt. Man fürchtete ein Übergreifen der Krise. Westdeutschland wurde beschuldigt, die Intervention provoziert zu haben. Ein Vorwurf, den der französische Präsident de Gaulle antizipierte und so die gemeinsame Ostpolitik in Frage stellte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.01.2016
Ulrich Lapenküper erfährt mit der Studie von Birgit Hofmann, wie berechtigt beziehungsweise unberechtigt die Perspektive des Kremls auf die Ereignisse des Prager Frühlings und vermeintliche Provokationen aus dem Westen war. Da die Autorin quellennah und klar am Beispiel Frankreichs und Deutschlands die Haltung des Westens angesichts der Krise in der Tschechoslowakei untersucht, vermag der Rezensent die Kooperation sowie die Turbulenzen zwischen den beiden Staaten gut zu erkennen. Sichtbar wird für ihn ein bereits während der Ost-West-Teilung bestehender Erfahrungsraum Europa. Das Buch scheint ihm als Basis für künftige Arbeiten zum Thema bestens geeignet.
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