Ein Versuch des Bremer Kulturwissenschaftlers, die gegenwärtige Lebenswelt zu erfassen. Seine Gegenstände, wie etwa der Automat, das Sample, ein U-Boot, die Großaufnahme eines Gesichts, ein Fan von Scritti Politti usw., sind Begegnungspunkte zwischen einer sich schnell verändernden kulturellen Praxis und bestehenden theoretischen Annäherungen in der Popliteratur. Lacan hilft dabei, die Welt besser zu fokussieren.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.02.2003
Mit seinem Essayband "Der Welt-Automat von Malcolm McLaren" erweist sich Jochen Bonz zur Freude von Rezensent Tobias Kniebe als "vielseitiger, gründlicher Denker", der unbeirrt und unaufgeregt seinen Traum von der Poptheorie verfolge. Wie Kniebe ausführt, sucht Bonz die Psychoanalyse Lacans für die Poptheorie nutzbar zu machen. Das ist ihm nach Kniebes Einschätzung bestens gelungen. Für eine Nation, die mit wachsender Hysterie gerade den "Superstar" suche, könne Lacan so manche Erklärung liefern, versichert Kniebe nach der Lektüre von Bonz' Lacan-Deutung. So könne man beispielsweise den Teenager als ein im Wesentlichen leeres Subjekt begreifen, das erst in dem Augenblick Fülle, Bedeutung und Handlungsfähigkeit gewinne, in dem es sich mit etwas identifiziere - eine Identifikation, die in eklatantem Maß über Pop verlaufe. Über Lacans Begriff des Symbolischen beschreibe Bonz das Entstehen einer Subkultur, um dann über die Bedeutung des "Realen" bei Lacan und im Pop zu reflektieren. "Das Reale", versucht Kniebe eine Erklärung, "ist das Absolute, Totale, Nachdrückliche, Flüchtige, das man im Pop erleben kann."
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