Christian Bielefeldt

Hans Werner Henze und Ingeborg Bachmann: Die gemeinsamen Werke

Beobachtungen zur Intermedialität von Musik und Dichtung
Cover: Hans Werner Henze und Ingeborg Bachmann: Die gemeinsamen Werke
Transcript Verlag, Bielefeld 2003
ISBN 9783899421361
Gebunden, 308 Seiten, 25,80 EUR

Klappentext

Hans Werner Henze und Ingeborg Bachmann verband über Jahre eine enge und produktive Künstlerfreundschaft. Im Blick auf die sechs zwischen 1953 und 1965 entstandenen gemeinsamen Arbeiten fällt der permanente Wechsel des Genres ins Auge, der für jedes Werk neue und andersartige Interdependenzen von Musik und Sprache (und Szene) hervorbringt. Der Text führt dieses Interesse für komplexe mediale Strukturen auf ästhetische Konzepte zurück, die Bachmann und Henze um 1960 in enger Zusammenarbeit entwickeln und dabei im Kern eine Intermedial-Ästhetik formulieren. Mit Lacan gelesen, geben diese Konzepte den ausführlichen Analysen der sechs Werke eine gemeinsame, medientheoretisch profilierte Perspektive.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.02.2005

Die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann und den Komponisten Hans Werner Henze verband eine lange Freundschaft, die ihren Niederschlag auch in der künstlerischen Zusammenarbeit fand. Bachmann schrieb Libretti für Henze, so für die Opern "Der Prinz von Homburg" und "Der junge Lord", aber auch eine "Chorfantasie" sowie einige "Nachtstücke und Arien", umgekehrt vertonte Henze nachmanns Hörspiel "Die Zikaden". In den Augen des Musikers und Musikwissenschaftlers Christian Bielefeldt herrschte zwischen den beiden, erklärt Hansjörg Graf, von Anfang an eine "Intermedialität von Musik und Dichtung", eine - hier zitiert er Henze selbst - "Wahlverwandtschaft", die ein gegenseitiges Durchdringen von Kunst und Leben, Musik und Dichtung zur Folge hatte, aber eben auch möglich machte. Natürlich müsse Bielefeldt ganz andere Akzente setzen als die ebenfalls zur Zeit erschienene Korrespondenz von Henze/ Bachmann, meint Graf, doch gelänge es dem Musikwissenschaftler in vorbildlicher Weise die Zusammenarbeit zwischen den beiden zu dokumentieren und seine These von der Intermedialität zu belegen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.02.2004

Der "rur" zeichnende Rezensent äußerst sich überaus positiv über diese "enorm aufwendige Arbeit." Darin würden die gemeinsamen Arbeiten der beiden Künstler Henze und Bachmann untersucht, aber auch unabhängig voneinander kämen beide zu Wort. Die Interdependenzen von Musik und Dichtung werden dabei deutlich, selbst wenn nicht klar sei, welches der beiden Medien den größeren Einfluss auf das andere ausübe. Dankenswerterweise beschränke sich der Autor nicht nur darauf, sondern sei zudem in der Lage, auch über den Tellerrand, zum Beispiel zur Psychoanalyse, zu schauen, so der erfreute Rezensent.

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