Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.02.2000
Die Medienreflexionen Hörischs sind von Siegfried Kracauers "Theorie des Films" inspiriert, schreibt Bernhard Dotzler durchaus bewundernd: Kracauer wollte, nachdem er seinen ersten Film gesehen hatte, sofort seine Erfahrungen zu Papier bringen. Hörisch wiederum setzte sich intensiv mit dem Verhältnis Literatur - Film auseinander. Seine zentrale These sei, dass Film "das Reale" besser speichere, die Schrift dagegen über "den Begriff" verfüge. Die Schrift gerät gegenüber dem Bild langsam ins Abseits, was ihr aber einen besseren Beobachtungsplatz verschaffe, denn von der Peripherie sieht man das Zentrum am deutlichsten, referiert Dotzler Hörischs Thesen. Angeregt argumentiert er dann ein wenig dagegen: Wenn Literatur nie so realistisch sein kann wie das Bild, bedeutet das nicht, dass "die Literatur vor den Medien genauso versagt?" Die Lektüre dieses Buches "lohnt auf jeden Fall", meint Dotzler.
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