Aus dem Japanischen übersetzt und herausgegeben von Max Seinsch. Bebildert mit Reproduktionen ausgewählter Farbholzschnitte von Utagawa Kuniyoshi. Einen Blick in die Welt der Samurai bietet dieser vielleicht einflussreichste japanische Text von Jōchō Yamamoto (1659-1719). Das Buch will Orientierung geben: Wie kann man sein Schicksal in schweren Zeiten selbst in die Hand nehmen? Wie seinen Mut vergrößern, selbstlos handeln, sein Leben mit Schönheit anfüllen - und wie seine Kinder erziehen? Vor allem soll man den eigenen Tod nicht fürchten, sondern die Vergänglichkeit mit Gleichmut annehmen, um auf diese Weise das Leben zu gewinnen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 17.03.2025
Bushido kennt man hierzulande wohl eher als Rapper denn als Bezeichnung für den Ehrenkodex der Samurai, mutmaßt Rezensent Paul Stänner, der einen dreieinhalb Jahrhunderte alten Text vor sich hat, diktiert vom japanischen Krieger Jocho Yamamoto. Yamamoto entwickle darin "Leitlinien", an denen sich junge Krieger orientieren können: In der Öffentlichkeit zu gähnen ist wegen des unschicklichen Gesichtsausdrucks ebenso verpönt wie zu viel nachdenken, erfahren wir, nur der Samurai, der auf den "Todeswahn" eingeschworen ist, könne seine Instinkte so weit unterdrücken, dass er in der Lage ist, seinen Herrn und sich zu verteidigen. Vor allem "bedingungslose Loyalität" habe bei der Ausbildung der Kämpfer im Vordergrund gestanden, so Stänner, ihm zufolge trägt dieses stilistisch nicht einheitliche, sondern eher sammlungsartige Buch heute wahrscheinlich nur noch bedingt. Dennoch habe der Text nicht nur für die Militarisierung Japans in den 40er Jahren erhebliche Bedeutung, sondern auch für eine zunehmend undemokratische Welt, die wieder bedingungslose Hingabe an Führungsfiguren fordert, wie der Kritiker schließt.
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