Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe. Es ist der Winter 1937, und der Ort Okamura befindet sich in heller Aufruhr: Schon bald wird die renommierte Ichiyanagi-Familie ihren Sohn vermählen. Aber unter den Tratsch über das anstehende Fest mischt sich ein besorgniserregendes Gerücht: Ein maskierter Mann streift durch das Städtchen und fragt die Leute zu den Ichiyanagis aus. In der Hochzeitsnacht erwacht die Familie dann durch einen furchtbaren Schrei, auf den eine unheimliche Melodie folgt. Ja, der Tod ist nach Okamura gekommen und hat keine weitere Spur als ein blutiges Samurai-Schwert hinterlassen, das im reinen Schnee im Hof des Hauses steckt. Der Mord am frisch vermählten Paar gibt Rätsel auf, war doch das Schlafzimmer von innen verschlossen. Doch der private Ermittler Kosuke Kindaichi will den Fall unbedingt lösen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.11.2022
Rezensentin Maria Wiesner freut sich, dass es diesen japanischen Krimiklassiker, der sich mit den Büchern von Agatha Christie oder Arthur Conan Doyle messen kann, nun endlich auf Deutsch gibt. Yokozimo lässt seinen Detektiv Kindaichi 1937 den Mord an einem Hochzeitspaar untersuchen und schafft mit dem ursprünglich 1946 veröffentlichten Band den Auftakt zu einer Reihe, die in Japan seitdem Kult ist, verrät Wiesner. Ihr gefallen das Rätselhafte und die vielen Verweise auf die eigene Krimibegeisterung des Autors. Auch die Übersetzung von Ursula Gräfe, die auch Haruki Murakami ins Deutsche überträgt, weiß die Rezensentin zu überzeugen, nicht zuletzt aufgrund der ausführlichen Begriffserklärungen. Eine Empfehlung für alle Krimi(klassiker)-Fans.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 06.10.2022
Rezensentin Sylvia Staude lässt sich gern ein auf das "raffinierte" Rätselraten, zu dem sie der japanische Krimi-Autor Seishi Yokomizo hier einlädt. Yokomizo, 1902 geboren, begann 1973 eine Krimireihe um einen jungen Privatdetektiv, die auf 77 Teile anwuchs, informiert uns die Kritikerin. Der Auftakt liegt nun auf Deutsch vor, keine "große Literatur", aber ziemlich "apart", versichert Staude. Und so taucht sie hier ab ins Japan des Jahres 1937 und versucht gemeinsam mit dem Helden und mit Hilfe von allerlei im Roman erwähnten Gegenständen den Mord an einem Paar zu lösen, das in der Hochzeitsnacht ums Leben kam.
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