In den Kriegsimperien Hitlers und Stalins sollten Ordnung und Eindeutigkeit durch Terror und Gewalt erzeugt werden. Mit essayistischem Scharfsinn und wissenschaftlicher Präzision analysieren die renommierten Historiker Jörg Baberowski und Anselm Doering-Manteuffel die Herrschaftskontexte von Stalinismus und Nationalsozialismus, die eine bis dahin unvorstellbare Dynamik totalitärer Gewalt entwickelten. Das Streben nach Eindeutigkeit und homogenen Ordnungen darf als das herausragende Signum der modernen Zeit gelten. Es verschaffte sich vor allem dort mit letzter Konsequenz Geltung, wo totalitäre Systeme gewaltsam versuchten, Vielfalt in Eindeutigkeit zu verwandeln: soziale, ethnische und politische Vielfalt, Vielfalt an Meinungen, Bekenntnissen, Kultur- oder Wirtschaftsformen. Dies war besonders in der stalinistischen Sowjetunion und im nationalsozialistischen Deutschland der Fall.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.08.2007
Jürgen Elvert begrüßt diese vergleichende Studie über Nationalsozialismus und Stalinismus, die Jörg Baberowski und Anselm Doering-Manteuffel vorgelegt haben. Er erinnert an den Mitte der achtziger Jahre geführten Historikerstreit und fragt, wie man denn die Singularität des Nationalsozialismus ohne Vergleich beweisen wolle. In seinen Augen gelingt es den Autoren des vorliegenden Bands hervorragend, zu vergleichen, ohne zu relativieren oder Geschichtsklitterung zu betreiben. Er hebt in diesem Zusammenhang das Vorwort von Hans Mommsen hervor, der Ergebnisse von Baberowski und Doering-Manteuffel vergleicht und feststellt, dass es in den beiden Diktaturen neben zahlreichen Ähnlichkeiten auch signifikante Unterschiede gab. Für Elvert scheint mit dieser Studie die Zeit reif zu sein, "für einen neuen und umfassenden Zugriff auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.05.2007
Rezensent Curt Gasteyger zeigt sich beeindruckt von diesem kleinen und kompakten Buch von Jörg Baberowski und Anselm Doering-Manteuffel, das Hitlers und Stalins Diktatur seiner Ansicht nach hervorragend dokumentiert. Auch wenn der Rezensent es als "informativ" und auch "bedrückend" lobt, ist er sich nicht sicher, ob er mit einer Grundannahme der Autoren übereinstimmt. Baberowski und Doering-Manteuffel gehen davon aus, dass das "angestrebte Imperium" die entscheidende Triebfeder der Diktatoren war. Der Rezensent möchte dem aber hinzufügen, dass auch die "totalitäre Ideologie" entscheidende Legitimationen lieferte - was auch Parallelen zum zeitgenössischen Terrorismus erlaube.
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