Der Band vereinigt zwölf Beiträge des am 4. März 2019 ebenso früh wie unerwartet verstorbenen Historikers Jürgen Zarusky. Darunter befinden sich mehrere bislang unveröffentlichte Manuskripte. Die Texte spiegeln die zentralen wissenschaftlichen und politischen Themenfelder, mit denen sich der Chefredakteur der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte auseinandergesetzt hat: politische Justiz, nationalsozialistische und stalinistische Herrschaft sowie Widerstand und Verfolgung. Als maßgebliches methodisches Instrumentarium dient dabei der Diktaturvergleich. Quer dazu liegt mit der Erinnerungspolitik eine weitere Thematik, die für Jürgen Zarusky stets von großer Bedeutung war, betrachtete er den Beruf des Zeithistorikers doch auch als politische Profession. Andreas Wirsching leitet den Band mit einer Würdigung der wissenschaftlichen Persönlichkeit Jürgen Zaruskys ein.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.06.2021
Rezensent Robert Probst zeigt sich erfreut über den Sammelband mit Aufsätzen des verstorbenen Historikers Jürgen Zarusky. Für ihn war Zarusky, wie der Band für ihn einmal mehr belegt, ein unermüdlicher Vermittler von komplexen Zuammenhängen, besonders in Bezug auf die Diktaturen in Russland und Deutschland im 20. Jahrhundert. Klarsichtig setzt ihm der Autor etwa die Verwandlung von Tätern in Opfer in Ost- und Ostmitteleuropa oder die Fragwürdigkeit des Gedenktages zum Hitler-Stalin-Pakt auseinander. Zaruskys Flexibilität im Denken und Beurteilen und sein Ambivalenzen aushaltendes Geschichtsverständnis fehlen laut Probst in aktuellen Debatten um Stalin und Hitler.
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