Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.04.2001
Fremdenfeindlichkeit als wichtiges Untersuchungsthema ist der Soziologie nicht neu. Aber die Ursachen der Xenophobie nicht in Arbeitslosigkeit, in der Größe des Ausländeranteils oder in individuell erlebter Unsicherheit zu sehen - damit haben sich bisher nur wenige beschäftigt, berichtet der Rezensent mit dem Kürzel "ceg". Der Züricher Soziologe Jörg Stolz ist in seiner Doktorarbeit zu einem interessanten Ergebnis gekommen. 1300 Schweizer im Alter von 18 bis 65 Jahren hat er in seiner repräsentativen Studie über ihre Einstellungen zu Ausländern befragt. Die ablehnende Haltung ist bei ihnen vor allem auf einen Aspekt zurückzuführen, referiert "ceg". Und zwar auf Traditionalismus. Der Rezensent hält das für sehr wichtig und aufschlussreich und hofft mit dem Autor, dass die soziologische Forschung sich künftig mit der Frage beschäftigen wird, wie ein Traditionalismus aussehen könnte, der auch den Eintritt des Neuen, Fremden in eine Gesellschaft ermöglicht.
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