Wie kann man mit Differenzen umgehen und eine multikulturelle Gesellschaft entwickeln?Ausgehend vom Selbstverständnis der christlich-europäischen Kultur zeigt Rommelspacher Kontinuitäten und Brüchein der Konstruktion von Fremdheit. Die Bilder vom "Fremden" sind in die politische Kultur, das Alltagsverhalten und die individuelle Psyche eingelassen. Anhand der Situation ethnischer Minderheiten, der Probleme von Rechtsextremismus und Rassismus sowie der Konflikte um Religion, Geschlecht und Kultur zeigt die Autorin, wie unterschiedliche Vorstellungen und Interessen miteinander kollidieren. Gleichzeitig zeigt sie Ansätze eines besseren Zusammenlebens.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 20.01.2003
In seiner Rezension des Buches, das einen "kritischen Multikulturalismus" verficht, erklärt Serhat Karakayali, dass die Autorin von einer "Dominanzkultur" ausgeht, in der die Privilegien der Mehrheitsangehörigen auf Kosten der Minderheit gesichert und ausgebaut werden. Er lobt Rommelspacher dafür, "kenntnisreich" die tatsächlichen Verhältnisse zwischen Einheimischen und Migranten benennen zu können. Ihren Ausführungen kann er aber insgesamt nicht widerspruchslos folgen. Der Rezensent erklärt, dass Rommelspacher die "Ausgrenzungspraktiken", die eine Gesellschaft gegenüber Fremden ausübt, als einen "unausweichlichen Sozialisationsvorgang" darstellt. Sie betone zwar, dass Kulturen "keineswegs homogen" beschaffen seien, doch habe das keinen Einfluss auf ihr "politisches Konzept", so Karakayali skeptisch. Die Autorin zeigt sich seiner Ansicht nach letztlich "blind" für die sozialen Unterschiede innerhalb der Gesellschaft. Die politische Botschaft Rommelspacher, die sich an die Mehrheitsangehörigen richtet, fordert einerseits, dass sie auf "Stereotype verzichtet", andererseits, dass Privilegien der Mehrheit zu Gunsten einer Minderheit abgegeben werden, so Karakayali. Was für den Rezensenten dabei völlig ungeklärt bleibt ist, warum die Mehrheit sich "dazu bereit" erklären sollte.
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