Deutsche Leitkultur, Verfassungspatriotismus, Nationalstolz: Seit dem Historikerstreit der achtziger Jahre werden in Deutschland immer wieder Diskussionen über das Selbstverständnis der Nation geführt. Dieses Buch untersucht am Beispiel der Leitkultur-Debatte, welche materiellen Voraussetzungen diesen Diskussionen zu Grunde liegen und welche praktisch-politischen Konsequenzen sie haben. Es beschäftigt sich mit Fragen der staatlichen Einwanderungs- und Asylpolitik und ihrer ideologischen Verpackung ebenso wie mit den Lebensumständen der hierzulande "illegal" Lebenden und der generellen Benachteiligung "ausländischer" Minderheiten. Es vergleicht darüber hinaus die gesellschaftlichen Exklusions-Mechanismen in Deutschland mit den Verhältnissen in Frankreich und den USA.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.07.2001
Peter Felixberger informiert den Leser, dass es das ausdrückliche Anliegen des Herausgebers Oliver Tolmein war, die "ideologischen Überhitzungen" in Sachen deutscher Leitkultur und Multikulturalismus beiseite zu lassen und sich der Wirklichkeit von legalen und illegalen Einwanderern in Deutschland zuzuwenden. Bedauerlich findet der Rezensent dabei allerdings, dass hier der Alltag dieser Einwanderer in der Zeit vor Dezember 2000 untersucht wird, also die Zeit vor der Lockerung des Arbeitsverbots für Asylbewerber und geduldete Ausländer. Gemeinsam ist nach Felixberger fast allen Beiträgen, dass es um das "Aufeinanderprallen eines kulturell-hegemonialen deutschen Blockes mit der multikulturellen Vielfalt ausländischer Mitbürger" geht. Dass der Hegemonieanspruch in Wolf-Dieter Vogels Beitrag vor allem der CDU angelastet wird, findet der Rezensent jedoch nicht ganz richtig. Seiner Ansicht nach ist dies inzwischen durchaus eine Haltung unterschiedlicher Parteien. Gut gefällt ihm jedoch der Beitrag Michael Hahn, der eine Zersplitterung weniger nach Rassen als nach Klassen diagnostiziert. Insgesamt sieht der Rezensent in diesem Buch viele "wichtige Anstöße zur Debatte um gesellschaftliche Aus- und Abgrenzung". Allerdings vermisst ein Eingehen auf die "Perspektiven von Zuwanderung und Integration".
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