Joey Horsley, Luise F. Pusch

Frauengeschichten

Berühmte Frauen und ihre Freundinnen
Cover: Frauengeschichten
Wallstein Verlag, Göttingen 2010
ISBN 9783835306349
Gebunden, 400 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Sie lebten zum Teil im Aus: Catharina Linck zog als Mann durch die deutschen Lande, heiratete ihre Liebste und führte mit ihr über mehrere Jahre eine Ehe, bis sie aufflog und 1721 enthauptet wurde. Mathilde Franziska Anneke, Teilnehmerin an der Revolution von 1848, emigrierte mit ihrem Mann nach Amerika, bevor sie mit einer Freundin das wahre Liebesglück entdeckte. Die Dichterinnen Natalie Barney und Renee Vivien nahmen um 1900 Paris als Wahlheimat, wo sie ihre eigene lesbische community etablierten. Dorthin emigrierte 1925 auch die russische Dichterin Marina Zwetajewa, die sich aber von ihrer ehemaligen (Hass-)Liebe Sophia Parnok längst getrennt hatte. Erika Mann entkam den Nationalsozialisten mit ihrer Freundin Therese Giehse, die Beziehung überstand die Emigration in die USA nicht. Die Journalistin Dorothy Thompson und die Tierbildhauerin und Schriftstellerin Christa Winsloe lebten auch ab den 1920-er bzw. 1930-er Jahren lange im Ausland, und die englische Komponistin Ethel Smyth suchte im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert nach Antworten auf "die große Frage der Sexualität". Antworten haben Anthropologinnen Margaret Mead und Ruth Benedict geliefert, durch ihre Untersuchungen entlegener Kulturen, aber auch durch ihre eigene Liebesbeziehung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.10.2010

Als beherzten Schritt zurück beurteilt Maria Frise das Buch der Sprachwissenschaftlerin Luise F. Pusch, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Lebensläufe starker, doch von Männern unterdrückter Frauen zu sammeln und zu veröffentlichen. Leider steckt der Wurm in der Konzeption, und die Lebensleistungen der acht hier vorgestellten Frauen, die Frauen liebten, tritt zurück hinter Beweislisten für lesbische Identität und eine voyeuristische Perspektive. So werden Erika Manns Amouren beschrieben oder die Decadence des Salons der Natalie Barney. Überflüssig, findet Frise und lässt sich auch durch den prallen Anmerkungsteil nicht beirren. Und viel zu laut dröhnen ihr die  männerfeindlichen Parolen.
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