Unter Mitarbeit von Dorothea Lauterbach. Mit einem Abriss zur Forschungsgeschichte, Bibliographie und 32 s/w-Abbildungen. Rilke hat "das deutsche Gedicht zum ersten Mal vollkommen gemacht", urteilte Robert Musil. Grund genug, Leben und Werk in einem eigenen Handbuch unter die Lupe zu nehmen. Von bleibender Aktualität, skeptisch gegenüber allen einseitig rationalen, psychologisch-soziologischen Welterklärungen entwirft Rilke ein Menschenbild mit rein poetischen Mitteln. Rilkes Biografie, seine Beziehungen z.B. zur russischen Literatur und den Dichterinnen Marina Zwetajewa und Anna Achmatova, zur Psychoanalyse und zu anderen Künsten erschließen das Schaffen in allen Schattierungen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.01.2006
Gelungen findet Hans-Albrecht Koch das neue "Rilke-Handbuch". Der umfangreiche, von zahlreichen Autoren erarbeitete Band zieht seiner Einschätzung nach eine Summe der Forschung, "die in vieler Hinsicht für lange Zeit den Ausgang aller weiteren Beschäftigung mit dem Dichter bilden wird". Behandelt werden Leben und Persönlichkeit, Kontakte und Kontexte sowie Dichtungen und Schriften Rilkes. Koch hebt hervor, dass der Band einem "informativen Positivismus" verpflichtet ist, wie er sich für ein derartiges Handbuch gezieme und vom Herausgeber auch bei dessen Mitwirkung an der großen kommentierten Ausgabe der Werke des Dichters gepflegt worden sei. Nichtsdestoweniger weist Koch auch auf die Grenzen eines solchen Handbuchs hin, die für ihn vor allem dort deutlich werden, wo es Literaturbeziehungen behandelt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.09.2004
Magnus Klaue betont zunächst, dass die Rezeption von Rilkes Werken bisher stark an das Selbstverständnis des Schriftstellers als "seherisches Medium" gebunden war, weshalb er dieses Handbuch, das andere interpretatorische Wege beschreitet, sehr begrüßt. In einzelnen Beiträgen verschiedener Autoren bietet dieser von Manfred Engel herausgegebene Band zu allen wichtigen Aspekten des Rilkeschen Oeuvres Informationen "auf höchstem Niveau", schwärmt der Rezensent. Er preist das Buch als "vielfältige Gesamtschau", die denjenigen Lesern, die sich im Werk Rilkes zurechtfinden wollen, einen nützlichen Leitfaden bietet. Den Hinweis auf die "Interkulturalität" Rilkes sieht Klaue allerdings vor allem einer germanistischen Mode geschuldet. Daneben aber hat der Rezensent "erhellende Klarstellungen" gefunden, zum Beispiel darüber, wie stark Rilkes Cezanne-Begeisterung im Licht seiner "Kritik an Baudelaire" zu verstehen ist, wie Dorothea Lauterbach in ihrem Beitrag nachweisen kann. Nur die Wirkungsgeschichte von Rilkes Werken findet der Rezensent etwas stiefmütterlich behandelt, und hier sieht er denn auch ein "Desiderat der Forschung", das auch nach diesem Handbuch noch auf Bearbeitung wartet.
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