Ein Roman, der im Standesamt beginnt und auf dem Standesamt endet: Marko ist, weil ihm nichts anderes übrigblieb, Türsteher in einem Standesamt und entsprechend melancholisch veranlagt. Bis eines Morgens alles schiefgeht und die Standesbeamtin bei währender Trauung die Flucht ergreift. Da gerät auch Marko auf Abwege und in schlechte Gesellschaft, zunächst auf einem großen Bierfest, wo er nicht nur die Lebkuchenherzenverkäuferin lieben lernt, sondern auch seinen alten Schulfreund Iwan Raupach wiedertrifft. Der fristet sein Leben als Kleinkrimineller, hat aber durchaus größere illegale Ambitionen. Gemeinsam mit dem Besitzer eines heruntergekommenen Gasthofs entführen sie die Freundin eines Auktionshausbesitzers, durchaus mit deren Einverständnis. Doch will der Auktionshausbesitzer sie nicht wiederhaben und folglich kein Lösegeld zahlen. Also bricht man in eine Sparkasse ein, was aber auch nicht wirklich zum Erfolg führt...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2011
Ernst Osterkamp ist zwiespältig. Mal scheint ihm der Roman mühsam, mal genießt er "herrliche Slapsticks". Das Problem an dem Roman ist für ihn das Episodische (weshalb sich seine Kritik vielleicht auch ein wenig zu sehr in Nacherzählung verliert). Das Setting - Münchner Oktoberfest - scheint ihm aber interessant, und er findet im Roman "auch manches Hübsche und Milieusichere". Der Erzählung fehle allerdings der Drive, und einige zitierte Stilblüten lassen beim Rezensenten die Frage nach dem Lektorat aufkommen. An der atmosphärischen Stärke einiger Szenen ändert das für ihn aber nichts.
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