Johannes Schild

"In meinen Tönen spreche ich"

Brahms und die Symphonie
Cover: "In meinen Tönen spreche ich"
Bärenreiter Verlag, Kassel 2022
ISBN 9783662652602
Gebunden, 443 Seiten, 49,99 EUR

Klappentext

Wovon "sprechen" Brahms' Sinfonien, was ist ihr musikalischer Gehalt? War Johannes Brahms ein formtreuer Klassizist oder ein "verkappter Programmmusiker"? Kaum ein Komponist des 19. Jahrhunderts vereinte derart widersprüchliche Einschätzungen auf sich wie Johannes Brahms. Johannes Schild wagt einen neuen Blick ins Innere dieser Musik und rückt das "Rätsel Brahms" in eine ungewohnte Perspektive. Eine "sinfonische Tetralogie" nennt er die vier Sinfonien, denn die fruchtbare Rivalität zum zwanzig Jahre älteren Wagner findet darin deutlichen Ausdruck. Auch Brahms' Kompositionskunst zielt auf ein musikalisches Sprechen und Bedeuten, doch geht sie in der Art, wie sie ihre Botschaft formuliert, über Wagner hinaus. Herzstück der Untersuchung ist eine Ton-Konstellation, die in artistischer Weise die Musik der Sinfonien durchwirkt. Das Buch macht die Kunst der Anspielungen und geheimen Botschaften plastisch und kommt neben Bach und Wagner schließlich zu einem weiteren Fixstern: Mozart.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.02.2023

Jan Brachmann hat gemischte Gefühle zu Johannes Schilds Buch über Brahms, das das Werk des Komponisten auf versteckte biografische Verweise und Zusammenhänge hin untersucht. Denn einerseits scheint ihm diese Methode zum Teil "arg problematisch", stellenweise sogar ausartend in "hanebüchene Spekulationen": im Ton Fis etwa das französische "fils" zu suchen und das mit dem bereits widerlegten Mythos zu verbinden, er sei der Vater von Felix Schumann, amüsiert den Kritiker geradezu. Auch andere Themen, die von der Brahms-Forschung bereits ausreichend behandelt worden seien, wärme Schild unnötigerweise noch einmal auf. Andererseits jedoch liefere der Autor doch einige interessante und sehr stichhaltige Analysen, lobt Brachmann, so etwa zur ersten Sinfonie: Wie Schild hier den ausgeprägten Schweiz-Bezug und das komplizierte Verhältnis zu Robert und Clara Schumann herausarbeite, überzeugt den Kritiker. Ein durchwachsenes, für die weitere Forschung aber dennoch wichtiges Buch, meint Brachmann.
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