"Ich behaupte, dass Brahms, außer an der Table d'hote, wo er grundsätzlich aus Höflichkeit für die am Tische Sitzenden nur von gleichgültigen Dingen, wie Wetter, Essen, Temperatur des Wassers, Spaziergelegenheiten und dergleichen mehr redet, kein unnützes, überflüssiges Wort spricht und dass er für das, wovon er spricht, auch wirklich Interesse hat." Dies ist die Quintessenz, die der Sänger Georg Henschel, der im Juli 1878 Brahms im Sommerurlaub auf Rügen 12 Tage lang Gesellschaft leistete und ihn täglich beobachten konnte, zog und in sein Tagebuch schrieb. Dort stehen noch eine Reihe von Brahmsschen prägnanten Aussagen, die die Autoren reizten, einmal in dem Briefwechsel des Meisters wie auch in der entsprechenden Erinnerungsliteratur nach Äußerungen von Brahms zu suchen, die dessen Ansichten und Überzeugungen deutlich erkennen lassen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.01.2021
Rezensent Jan Brachmann empfiehlt das Buch von Renate und Kurt Hofmann allen Brahms-Fans zur Lektüre. Mit welcher Hingabe die beiden Herausgeber sich dem umfangreichen Brahmschen Werk seit vielen Jahren widmen, kann Brachmann beim Bättern ermessen. Der Komponist erscheint ihm nicht nur "eingebettet" in die politischen, wissenschaftlichen und künstlerischen Themen seiner Zeit, die Verschlagwortung des Materials im Band und die exakten Quellenvermerke ermöglichen ihm auch, einzelne Themen zu erkunden. So stößt er etwa auf Brahms' achtungsvolle Bemerkungen zu Wagner oder seine Meinung zu Preußen. Ergebnisse einer bemerkenswerten Foschungsarbeit, findet der Rezensent.
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