Wer die Notation vergangener Zeiten verstehen lernt, kann eigene Übertragungen anfertigen und daraus musizieren - und erhält Einblicke in das musikalische Denken einer Epoche. In der neuen Notationskunde von Manfred Hermann Schmid gehen beide Aspekte Hand in Hand: die Erläuterung der Schrift und ihr Verhältnis zur Komposition der jeweiligen Zeit. Durch seinen weiten Horizont nimmt das Buch den Leser mit auf eine Entdeckungsreise. Der Autor stellt das "klassische Feld" der Notationskunde, die Rhythmuslehre von 1200 bis 1600 (Notre Dame, Ars nova, weiße Mensuralnotation), kompakt und auf die wesentlichen Linien konzentriert dar. Darüber hinaus gibt er Schritt für Schritt eine grundlegende Einführung in die Theorie antiker Musik und die mittelalterlichen Schriften bis hin zur Neumenschrift des Gregorianischen Chorals. Ebenso werden Partituranordnungen von Monteverdi bis Wagner und verschiedene Tabulaturen erläutert sowie die Grenzen von Schrift reflektiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.09.2012
Anspruchsvoll, aber anregend findet Laurenz Lütteken diesen eine Lücke in der Darstellung von musikalischer Schriftlichkeit schließenden Band von Manfred Hermann Schmid. Dass gute Arbeiten über die Grundvoraussetzung von musikalischer Kunst so rar sind, wundert den Rezensenten. Umso mehr freut er sich, mit Schmids Notationskunde ein chronologisch aufgebautes, historisch vorgehendes (laut Lütteken leider nur bis ins Jahr 1900 reichendes) Werk in Händen zu halten, das mit seiner Grundidee, Notation könne sich idealerweise selbst genügen, zwar nicht zum Lehrbuch taugt, wie der Rezensent einräumt, doch pragmatisch orientierte, sprachlich klar gefasste, problemorientierte Informationen bietet, etwa zu alten Notenschriften und zur Geschichte der Schriftlichkeit allgemein.
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