Vaclav Havel, seit zehn Jahren Präsident der Tschechischen Republik, ist eine moralische Institution. Ihm ist die stabile Demokratie zu verdanken und es war sein Ruhm als unerschrockener Kämpfer gegen das kommunistische Regime, der zur internationalen Anerkennung seines Landes beitrug. Aber Havel, berühmter Dramatiker und Politiker zugleich, droht an der Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit zu scheitern. Keanes großartige Biografie beschreibt diese Tragik.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 14.12.2000
Ein Verriss. Christian Schmidt-Häuer lässt kein gutes Haar an
dieser Biografie. Das Konzept des Autors, das Leben Havels als
Tragödie zu inszenieren, scheitere an zu vielen "Fehlern, Pathos
und soziologischen Seminarweisheiten". Und Schmidt-Häuer bringt
Beispiele, dass man tatsächlich Bauklötze staunt. Während
"lustige" Stilblüten natürlich auch eine Sache des Lektorats sind,
wie der Rezensent einräumt, bleiben inhaltliche Mängel stets am
Autor hängen: Dass Keane es etwa fertig bringt, das Jahr 1968
ohne seine wichtigsten Akteure zu schildern, kann Schmidt-Häuer
kaum fassen. Die "größte Unterlassungssünde" aber erkennt er
darin, dass Keane die böhmische Geschichte ignoriert: "Sie hätte
ihm den Schlüssel zur wirklich tragischen Note in der Bilanz
dieses Staatsmannes liefern können."
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