Vaclav Havel, seit zehn Jahren Präsident der Tschechischen Republik, ist eine moralische Institution. Ihm ist die stabile Demokratie zu verdanken und es war sein Ruhm als unerschrockener Kämpfer gegen das kommunistische Regime, der zur internationalen Anerkennung seines Landes beitrug. Aber Havel, berühmter Dramatiker und Politiker zugleich, droht an der Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit zu scheitern. Keanes großartige Biografie beschreibt diese Tragik.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 14.12.2000
Ein Verriss. Christian Schmidt-Häuer lässt kein gutes Haar an
dieser Biografie. Das Konzept des Autors, das Leben Havels als
Tragödie zu inszenieren, scheitere an zu vielen "Fehlern, Pathos
und soziologischen Seminarweisheiten". Und Schmidt-Häuer bringt
Beispiele, dass man tatsächlich Bauklötze staunt. Während
"lustige" Stilblüten natürlich auch eine Sache des Lektorats sind,
wie der Rezensent einräumt, bleiben inhaltliche Mängel stets am
Autor hängen: Dass Keane es etwa fertig bringt, das Jahr 1968
ohne seine wichtigsten Akteure zu schildern, kann Schmidt-Häuer
kaum fassen. Die "größte Unterlassungssünde" aber erkennt er
darin, dass Keane die böhmische Geschichte ignoriert: "Sie hätte
ihm den Schlüssel zur wirklich tragischen Note in der Bilanz
dieses Staatsmannes liefern können."
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…