Als rein kommerzielle Werbung und architektonische Uniformität in Amerika noch nicht allgegenwärtig waren, glich die gebaute Umwelt eher einer Riesenspielwiese, auf der sich jeder kreativ austoben konnte. Beschilderungen, Objekte und Bauten schillerten von verspielt bis exzentrisch, von scheinbar direkt dem Comicheft entsprungen bis hin zu quasi psychodelisch. Fotograf John Margolies hat Jahrzehnte damit verbracht, vergnügliche und liebenswert einfallsreiche Exemplare der Werbung am Straßenrand und Fantasiestrukturen zu dokumentieren - eine heute vom Aussterben bedrohte Art der Americana. Für dieses Buch wurden an die 400 Farbfotos von Beschilderungen an Hauptstraßen, Kinos, Tankstellen, Restaurants, Motels, Attraktionen am Straßenrand, Minigolfbahnen und Badeorten zusammengetragen.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 27.11.2010
Großen Eindruck haben diese fotografischen Hinterlassenschaften von 32 Jahre langem Durchqueren der USA mit dem Automobil auf Antje Passenheim gemacht. Der amerikanische Fotograf John Margolies konserviere in diesem Fotoband (der rund 400 von insgesamt 13.000 Fotos enthalte) die Grenzenlosigkeit amerikanischer Landstraßen und der Phänomene an ihren Rändern. Also Bushaltestellen, Imbisse, Tankstellen oder verrottete Motels, zusammengezimmerte Holzbretter, die zu Werbeflächen wurden und verottende Blechteile alter Straßenkreuzer. Immer wieder frappiert von Härte und Melancholie dieser Bilder, sieht die Kritikerin in diesem Band schließlich auch einen Abgesang auf das mobile Amerika, Bilder einer untergegangenen Welt.
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