John von Düffel

Wassererzählungen

Cover: Wassererzählungen
DuMont Verlag, Köln 2014
ISBN 9783832197445
Gebunden, 254 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Ein Schwimmbad, ein See, ein Teich, strömender Regen und das Meer - John von Düffels neue Geschichten spielen im, am, unter oder auf dem Wasser. Sie erzählen von glitzernden Reflexen und schwarzer Tiefe, großer Weite und luftdichter Abgeschlossenheit, eisgrauem Meer im Winter und dem glasklaren Wasser eines Pools. Ein Vater muss lernen, dass seine Tochter ihm entwächst, eine Mutter, dass ihr Kind niemals geboren wird. Ein Lehrer erkennt, dass man anderen Menschen nie das vermitteln kann, was man möchte, sondern nur das Unfreiwillige. Wie ein stummer Fisch im Aquarium dekoriert eine Frau den Pool eines Stararchitekten. Ein junger Mann schwimmt durch die winterkalte Ostsee und stirbt - doch nicht. In elf Geschichten blickt John von Düffel auf Eltern und Kinder, Menschen und Tiere in einer Welt, in der vieles, was früher galt, fortgespült wurde.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.02.2014

In John Düffels elf "Wassererzählungen" kommen zwar ausnahmslos kleinere und größere Gewässer vor, künstliche und natürliche, es wird ab- und aufgetaucht, man ist aufgewühlt und auch sonst dem semantischen Feld dienlich, aber nie schiebt sich die Wasserthematik unangenehm in den Vordergrund, lobt Christoph Schröder. Meist sind es Familiengeschichten, die Düffel erzählt, fast immer nach dem Vater-Mutter-Kind-Schema, das auf seine institutionellen Vorzüge für das Individuum abgeklopft wird, so der Rezensent. Ohne sich unnötig aufzuspielen, demonstriert Düffel dabei seinen schriftstellenden Variantenreichtum, indem er ganz unterschiedliche Rhythmen und Stimmungen bedient, ohne je wirklich an einer zu scheitern, erklärt Schröder angetan.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.02.2014

Lust auf Arschbomben verspürt Oliver Jungen mitunter beim Lesen von John von Düffels "Wassererzählungen". Das nasse Element hat es dem Autor angetan, weiß Jungen zu berichten und auch, dass der Autor gerne restrospektiv melancholisch in kaputten Beziehungskisten und -lügen kramt. Keine Frage für Jungen, der Autor kann das. Wenn das Wasser dabei auch stets eine Rolle spielt, vermag der Autor den Rezensenten doch nicht mit Flüssigkeit und Leichtigkeit zu beglücken, der Erzählkonstruktion oder des Stils. Für Jungen enttäuschend und, ja, richtig rasend, weil er den sich einschleichenden Coelho-Ton so gar nicht mag, und wenn Leitmotive wie Gnade, Stille und Schönheit sich vor Wasserkulisse spreizen.
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