Aus dem Ungarischen von Stefan Isidor Klein. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Britta Jürgs. Paris, kurz nach dem Ersten Weltkrieg, in der "Straße der fischenden Katze", der Rue du Chat qui Pêche. In dieser schmalen, dunklen Gasse an der Seine wohnt die ungarische Familie Barabás, die über Wien nach Paris kam und deren älteste Tochter Anni im Mittelpunkt des Romans steht. In der Nachbarschaft der Gasse treffen die unterschiedlichsten Menschen aus verschiedenen Ländern Osteuropas aufeinander. So unterschiedlich die Beweggründe sind, aus denen sie ihre Heimatländer verlassen mussten, eint sie die Hoffnung auf eine bessere Zukunft und die Sehnsucht nach der verlorenen Heimat, aber auch ihre Entwurzelung.Földes gibt in ihrem Roman den vielen Namen- und Heimatlosen ein Gesicht, deren Situation heute ebenso aktuell ist wie zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung. Mit diesem Roman gewann Földes 1936 einen internationalen Romanwettbewerb, der nicht nur ein sehr hohes Preisgeld beinhaltete, sondern auch mit der Übersetzung und Veröffentlichung in 12 Ländern und Sprachen verknüpft war. 1937 erschien die deutschsprachige Fassung bei Allert de Lange in den Niederlanden, aus dem Ungarischen übersetzt von Stefan Isidor Klein.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.01.2026
Rezensentin Judith Leister liest Jolan Földes' Migrantenroman von 1936 in der Übersertzung von Stefan Isidor Klein und fühlt sich an Roths "Hotel Savoy" erinnert, wenn die Autorin die entwurzelte Auswandergesellschaft der Zwischenkriegszeit in einem Hotel versammelt. Kreisend um die Zukunftspläne zweier Schwestern entwickelt der Roman laut Leister in nüchternem Ton und nah am Faktischen und den Figuren einen gewissen Sog. Nur die Binnenhandlung wirkt auf die Rezensentin ein bisschen zäh.
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