Aus dem Englischen von Ruth Keen und Stefan Weidle. Mit einem Vorwort von Alfred Grosser. Die Lebenserinnerungen von Eric Koch umspannen eine lange Zeit: Sie zeichnen ein Panorama, das von der Jahrhundertwende bis in die Gegenwart reicht. Die jüdische Familie stammt aus Frankfurt. Der Vater, ein Juwelier, stirbt schon drei Monate nach der Geburt seines Sohnes. Nach dem Machtantritt der Nazis entschließt sich die Familie zur Emigration; Eric kommt nach England, wird 1940 als "enemy alien" interniert, zunächst u. a. auf der Isle of Man. Einige Wochen später wird er per Schiff in ein kanadisches Camp verlegt, wo er bis November 1941 festgehalten wird. Eric Koch hat mehr als eine Autobiographie geschrieben, sein Buch ist die Geschichte mehrerer Generationen seiner Familie, gleichzeitig ein Sittenbild Frankfurts in der Vorkriegszeit. Jedes Kapitel verwendet eine andere Erzähltechnik: Brief, Tagebuch, Rundfunkreportage, Hörspiel, Erzählung, Interview, Drama.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 23.01.2009
Rezensent Oliver Pfohlmann ist sehr angetan von diesen Memoiren eines während der Nazizeit nach England geflohenen Juden, der von den Engländern wiederum nach Kanada deportiert wurde. Die "reichlich bizarr anmutende" aber durchaus typische Odyssee dieser Flüchtlinge ist nach Einschätzung des Rezensenten bislang wenig bekannt. Ihm gefällt, dass das Buch nicht nur die Lebensgeschichte einer einzelnen Person, des Autors Eric Koch enthält, sondern das "vielstimmige, figurenreiche Porträt einer weitverzweigten Frankfurter Familie". Auch stilistisch ist die Autobiografie durchaus abwechslungsreich. Immer wieder bedient Koch sich neuer Formate, um seine Geschichte zu erzählen - "Interview, Tagebuch, Brief oder Drama." Zudem ist das Buch zu Pfohlmanns Freude durchzogen von "Humor und lakonischer Ironie".
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