Übersetzt von Karl-Ludwig Wetzig: Am Beginn der Geschichte steht der Tod, doch in Wahrheit zelebriert dieser Roman das Leben: über mehrere Generationen hinweg wird von Ari und seiner Familie erzählt; von der Leidenschaft zwischen Mann und Frau, von verbotener Liebe, Gewalt, Kummer, Betrug und Bedrückung. In Aris Familie werden Glück und Unglück eben gleichermaßen von einer Generation in die nächste gereicht. Am vorläufigen Ende dieser Reihe steht Ari selbst, auf dem Weg zu seinem Vater, mit dem er noch eine Rechnung offen hat, bevor dieser stirbt...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.02.2018
Andreas Breitenstein hält das "lavadicke" Pathos der Poesie in Jon Kalman Stefanssons Roman gut aus. Das liegt am Schalk, der dem Text innewohnt, verrät er, an den Abschweifungen und der musikalischen Komposition des Ganzen. Die prosaischen Verhältnisse in der Kleinstadt Keflavik auf Island, wo der Autor drei Generationen begleitet, die Schönheit der Natur und die Grausamkeiten des Daseins einfängt, Misere, Enge, Suff, Sex, Verrat und Trauer, gehen Breitenstein nah. Dass dabei auch eine hundert Jahre umfassende Kultur- und Sittengeschichte Islands entsteht, gefällt ihm - am besten an den Stellen, wenn der Ich-Erzähler loslässt und sich dem Schneefall hingibt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.01.2018
"Weltliteratur!", jubelt Rezensent Andreas Platthaus nach der Lektüre von Jon Kalmann Stefanssons zwei Jahre nach seinem Erscheinen auch auf Deutsch veröffentlichtem Roman "Etwas von der Größe des Universums". Fasziniert lässt sich der Kritiker ins Island der Siebziger und Achtziger entführen, begleitet den kleinen Ari, der früh den Tod der Mutter erlebt und aus der familiären Fischer-Dynastie ausbricht und erkennt nicht nur biografische Details des Autors hinter der Figur des Helden. Die Prägung durch den isländischen Autor Einar Karason ist ebenfalls unverkennbar, meint der Rezensent: Ähnliche erzählerische "Versponnenheit", aber mit mehr Feinsinn und Detailreichtum in der Figurenzeichnung, findet Platthaus. Ein wunderbares Buch voller "Trauer und Sehnsucht", schließt der Kritiker, der auch staunt, wie gekonnt Karl-Ludwig Wetzig die "musikalische Komposition" des Romans ins Deutsche übertragen hat.
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