Jon Ronson

In Shitgewittern

Wie wir uns das Leben zur Hölle machen
Cover: In Shitgewittern
Tropen Verlag, Stuttgart 2016
ISBN 9783608502350
Kartoniert, 330 Seiten, 14,95 EUR

Klappentext

Ein fast vergessenes Gefühl haben die sozialen Medien wiederbelebt: Scham. Es kann jeden treffen. Ein schlechter Scherz in sozialen Netzwerken genügt, um die Wut der Internetgemeinde auf sich zu ziehen. Negative Kommentare und schwere Vorwürfe entfachen einen Shitstorm, der nicht mehr zu stoppen ist. Jon Ronson beschreibt die irren Mechanismen und Auswirkungen öffentlicher Demütigungen in unserer Zeit. Jahrelang ist er durch die Welt gereist, auf der Suche nach Menschen, die Opfer eines Shitstorms wurden. Diese Menschen sind Leute wie du und ich, die sich einen Fehler erlaubt haben. Sobald ihr Vergehen ans Licht kam, traf sie ein wahrer Sturm der Entrüstung. Ehe sie sich versahen, wurden sie in der Öffentlichkeit auseinandergenommen, ausgelacht, verteufelt und manchmal sogar gefeuert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.09.2016

Fridtjof Küchemann hat zwei sehr unterschiedliche Bücher zum Thema "Shitstorm" gelesen. Während ihm Ingrid Brodnig in "Hass im Netz" das Phänomen als solches erklärt, liest er in Jon Ronsons Studie "In Shitgewittern" von zahlreichen Einzelfällen, die am "Online-Pranger" standen, aber auch die Erklärungsversuche des Autors, der sich etwa mit einem ehemaligen Probanden des von Philip Zimbardo 1971 durchgeführten Gefängnisexperimentes trifft, welches aufgrund der sadistischen Ausschreitungen abgebrochen werden musste. Interessiert folgt der Rezensent auch den Ausführungen des Journalisten, der etwa Firmen besucht, die auf Online-Reputationen spezialisiert sind, oder wie viel Geld Google an Werbeanzeigen verdient, die zu Opfer-Sucherergebnissen geschaltet werden und uns zu "unbezahlten Demütigungs-Praktikanten" machen. Nach der Lektüre dieser lebendigen und weitgreifenden Studie muss der Kritiker allerdings gestehen, dass ihn die unzähligen, "im Gestus der großen Reportage" gezeichneten Einzelszenen doch ein wenig erschöpft haben.

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