Annekathrin Kohout

Netzfeminismus

Cover: Netzfeminismus
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2019
ISBN 9783803136824
Kartoniert, 10,00 EUR

Klappentext

Rosafarbene Slips, babyblau gefärbtes Achselhaar, Schmollmünder auf Selfies: Was sich nach Männerfantasien anhört, ist bei Netzkünstlerinnen feministisches Statement. Sie betreten damit den Kampfplatz um das "richtige" Bild der Frau, das in den Sozialen Medien nicht nur metaphorisch zur Debatte steht. Handelt eine Frau emanzipatorisch, wenn sie sich beim Stillen zeigt - oder reduziert sie damit sich selbst und andere Frauen auf die Mutterrolle? Bestätigt ein "Girl Power"-T-Shirt die Rolle des naiven kleinen Mädchens - oder stellt es sie infrage? Die Medienwissenschaftlerin Annekathrin Kohout hat eine ebenso kurze wie prägnante Kultur- und Diskursgeschichte der weiblichen Bildpolitik verfasst, die von den Emanzipationsbewegungen im frühen 20. Jahrhundert bis zum netzfeministischen Bilderstreit der Gegenwart alle wesentlichen Phänomene weiblicher Bildpolitik in den Blick nimmt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 31.05.2019

Zwei Bände begrüßt Rezensentin Anne Kohlick als Eingangsstatements einer neuen Reihe, die über digitale Bildkulturen nachdenken will. Die Begründer der Reihe, Annekathrin Kohout und Wolfgang Ullrich, sind auch die beiden ersten Autorinnen, die über Selfies beziehungsweise Feminismus im Netz nachdenken. Kohout vertrete die These, dass sich der heutige Feminismus zwischen zwei Polen bewege, dem schriftlich-theoretischen Feminismus bekannter Prägung und einem eher bildorientierten Netzfeminismus, der seine Statements eher mit künstlerischen Mitteln in den sozialen Netzen verbreitet. Kohout argumentiere zwar nicht so pointiert wie Ullrich, konstatiert die Rezensentin, aber sie lobt bei beiden Bänden "kulturgeschichtlichen Anspruch und überraschende Bildvergleiche".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.05.2019

Hanna Engelmeier lernt bei Annekathrin Kohout, wie stilprägend der Umgang mit der Kamera im Netz ist. Ob der Feminismus sich im Netz einer bestimmten Ästhetik bedient, vermag ihr die Autorin zu erläutern. Inwiefern Twitter, Instagram und Co. neue Bildpraktiken in Gang setzen, die den politischen Kampf durchaus unterstützen, entnimmt die Rezensentin dem Essay. So materialreich der Text ihr erscheint, so missverständlich bleibt für sie der Begriff Netzfeminismus. Die Autorin, kritisiert sie, lässt seine Bedeutung weitgehend offen.

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