Aus dem Amerikanischen von Georg Deggerich. 1978 treffen sich Susan Sontag und Jonathan Cott zum Interview. Erst in Sontags Pariser Wohnung, dann in ihrem Loft in New York. Entstanden ist ein vielseitiges Gespräch, das Susan Sontag als Denkerin zeigt, vor der kaum ein Thema sicher war, Feminismus, Fotografie, Ästhetik, Ideologie, Chuck Berry und Friedrich Nietzsche, und die sich keinen Deut um die Trennung von Hoch- und Popkultur scherte. Auch in ihr Privatleben gewährt sie Einblick und erzählt von ihrer Krebserkrankung, die sie zu einer ihrer wichtigsten Publikationen, "Krankheit als Metapher", veranlasste.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.10.2014
Ein paar Kafka- und Kierkegaard-Zitate weniger wären Edo Reents lieb gewesen. Jonathan Cotts "Rolling-Stone"-Interview mit Susan Sontag, das hier erstmals in voller Länge auf Deutsch vorliegt, hätte Reents fraglos mehr begeistert, wenn der Reporter weniger auf Bildungshuberei gesetzt und Sontag frei assoziieren lassen hätte über Bill Haley oder ihre Arbeit. Was der Rezensent darüber nämlich erfährt im Band, scheint ihm recht aufschlussreich, präzisierend und von spannenden Erfahrungen der Autorin zeugend. Sontags differenzierte Ansichten, ihr Denken und Fühlen, aber auch was sie über ihre Erkrankung und ihre familiäre Situation erzählt, sind für Reents allemal lesenswert. Den bramarbasierenden Cott kann man auch ausblenden, meint er.
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