Die Texte in diesem Band erforschen Sontags Werk mit den Mitteln von Literatur und Kunst, Philosophie und Psychoanalyse. Sie führen vor, wie sich mit ihren Ansätzen die Gegenwart erschließen lässt, und würdigen ihre kritische Fantasie. Erstmals finden sich in einer Auseinandersetzung mit Sontag neben wissenschaftlich-essayistischen auch künstlerische, literarische und lyrische Beiträge vereint. Susan Sontag ging es um "alles", das Hochkulturelle und das Populäre,
das Extravagante und das Alltägliche. Sie wandte sich der Welt zu und
kehrte der Universität den Rücken. Gerade dadurch wurde sie
ironischerweise zu einer Gründungsfigur der Cultural Studies.
Ob es um Krankheit geht oder um die Wirkung von Bildern, um Pornografie
oder Kriegsfotografie, um die Ethik des Sehens oder die Ästhetik der
Avantgarde, ihre kulturkritischen Einwürfe schärfen das Denken ebenso
wie die sinnliche Wahrnehmung. So bieten Sontags Essays eine Fülle von
Anknüpfungspunkten für Disziplinen überschreitende Erkundungen auf dem
Feld der Kultur.
Rezensentin Katja Kullmann erfährt im von Anna-Lisa Dieter und Silvia Tiedtke herausgebenen Reader mit Betrachtungen zu Susan Sontags Werk von Journalisten, Künstlern und anderen DenkerInnen, wie stark Sontags "Denk-Mechanik" inzwischen eingemeindet ist. Der auf ein Münchner Symposium von 2014 zurückgehende Sammelband besticht für sie allerdings gerade durch den Verzicht auf "akademisches Geschwurbel" und eine geschickte Montage der insgesamt dennoch anspruchsvollen Texte. Ein Buch für Sontag-Einsteiger wie für Kenner gleichermaßen, versichert Kullmann. Letztere, meint sie, erfreuen sich vielleicht an überraschenden Einblicken und Anekdoten sowie an Sontags Widersprüchlichkeiten, die sich als Motiv durch die Kapitel ziehen, so die Rezensentin.
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