Joseph Sobran

Genannt: Shakespeare

Die Lösung des größten literarischen Rätsels
Cover: Genannt: Shakespeare
DuMont Verlag, Köln 2002
ISBN 9783832159528
Gebunden, 368 Seiten, 34,90 EUR

Klappentext

Wir wissen sehr wenig über Shakespeare, aus der ersten Hälfte seines Lebens liegen fünf Küchenregistereintragungen vor, es gibt keine nachweisliche Verbindung zwischen den über diesen Mann bekannten Tatsachen und den ihmzugeschriebenen Werken: Shakespeares Leben und seine Person haben nichts Erkennbares mit den Dramen und Gedichten zu tun, die seinen Namen tragen. Sobran zeigt, wieviele Fragen der Mythos um Shakespeare unbeantwortet lässt: Wie konnte ein Provinzschauspieler aus Stratford so intime Kenntnisse des höfischen Lebens gewinnen, wie konnte er so viel von den klassischen Autoren wissen und nicht ein einziges Buch besitzen? Wie konnte er so viel von Italien erfahren, ohne es je zu besuchen? In der Kontroverse zwischen Stratfordianern und Anti-Stratfordianern tauchten neue Kandidaten auf, Christopher Marlowe oder Francis Bacon. Joseph Sobran zeigt, dass Edward de Vere, der siebzehnte Earl von Oxford als der "wirkliche" Shakespeare zu gelten hat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.12.2002

Neben dem Ungeheuer von Loch Ness und dem Tod von Lady Di beschäftigt die Engländer nach wie vor die Frage, wer William Shakespeare war. Joseph Sobran ist diesem Rätsel ganz heiß auf der Spur, so heiß, dass Burkhard Müller völlig aus dem Häuschen gerät. Egal ob Sobran Recht habe oder nicht, schwärmt er, die Lektüre des Buches werde reichhaltig gelohnt. Sobrans Argumentation fährt zweigleisig: er verdeutlicht die unzulängliche Quellenlage, wonach Shakespeare "eine Landpomeranze ohne edlere Bildung und künstlerischen Ehrgeiz" gewesen sei. Auf der anderen Seite holt er, wie Müller berichtet, zu einem großen Plädoyer dafür aus, dass der exzentrische Graf Oxford, ein Förderer der Truppe, der eigentliche Verfasser der Werke war. Einer jener "wölfischen Grafen" um 1600, die "als Summe ihrer Egoismen" sich und ihr Land enorm um- und vorantrieben, schreibt Müller. Sobrans Argumente ergäben ein schlüssiges Bild; darüber hinaus liefere der Autor zahlreiche Hinweise auf eher unverständliche Textstellen, die sich durch genaueste Kenntnis der politischen Gesellschaft Englands im 16./17. Jahrhundert erhellten. So komme im nachhinein so manche sarkastische Bemerkung des Wer-auch-immer-Shakespeares zum Vorschein, dass es Sobran unbedingt zu wünschen ist, findet Müller, dass er Recht habe.

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