Shakespeares Globe-Theater ist ein kontrovers diskutiertes Phänomen in der Shakespeare-Philologie: Ist der historische Nachbau eines Theaters eine museale oder eine innovative Theaterstätte? Die in der ganzen Welt errichteten und hier erstmals umfassend dokumentierten Repliken des Rundtheaters, für das Shakespeare seine Stücke konzipierte, stellen eine faszinierende Herausforderung für Wissenschaft und Praxis dar. Als Rekonstruktion fasst das Londoner Globe alle wissenschaftlichen Erkenntnisse zum elisabethanischen Theater zusammen. Ein Theaterbau, der über Jahrhunderte in der Theaterarchitektur gänzlich verschwunden war, bietet heute die Möglichkeit, die Dramaturgie der Shakespeareschen Werke neu zu erforschen. Mit Beispielen aus der Praxis werden die neuesten Erkenntnisse zur Dramenrezeption und dem durch die Architektur geförderten interaktiven Spiel zwischen Darstellern und Publikum vorgestellt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.10.2002
Wie das echte Londoner Globe-Theater ausgesehen hat, in dem Shakespeare und seine Kollegen agierten und agieren ließen, weiß man nur annähernd, erklärt Tobias Döring, der die Gelegenheit genutzt und sich in Vanessa Schormanns ausführlichem Buch kundig gemacht hat. Es gibt die - lange verschollene - Zeichnung eines holländischen Zeitgenossen, in der die Raumarchitektur festgehalten ist, und es gibt natürlich Augenzeugenberichte zur historischen Aufführungspraxis: bei Tageslicht, in freier Luft, ohne Kulissen, dafür mit Musikbegleitung, soviel gilt als verbürgt, berichtet Döring. Seither habe man immer wieder versucht, jene unvergleichliche Theateratmosphäre zu rekonstruieren. Das Buch von Schormann widme sich diesen baulichen wie theatralischen Rekonstruktionsversuchen mitsamt seinen nationalen Sonderwegen, erläutert der Rezensent: Die meisten Nachbauten stünden übrigens in Amerika. Der berühmteste aber befindet sich in London, dem Schormann, wie Döring verichert, ein eigenes großes Kapitel widmet.
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