Das 20. Jahrhundert war gekennzeichnet durch Phasen extremer Gewalt, durch Kriege und durch Konflikte, die die Beziehungen zwischen den Staaten und Gesellschaften nachhaltig prägten. Von Zeithistorikern wurde dabei viel über den Krieg geschrieben, wenig dagegen über den Frieden und über die vielfältigen Bedingungen, die Frieden herbeiführen und sichern. Die hier gesammelten Aufsätze schließen deshalb eine Lücke in der Forschung. Sie beschäftigen sich damit, wie Konflikte vermieden oder eingehegt wurden. Sie zeigen die mentalen und kulturellen Probleme, die Friedensschlüsse belasteten, und vermitteln Kenntnisse über Menschen und Gesellschaften in Zeiten von Kampf, militärischem Zusammenbruch und der Hoffnung auf Frieden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.08.2009
Wie lassen sich Kriege und Krisen bewältigen? Godehard Weyerer lässt es sich von dem Historiker Jost Dülffer erklären. Die Strategien, die der Autor ins Zentrum seiner Studie stellt, umfassen ebenso Erinnerungspolitik und -kultur wie demokratisierende "Struktureingriffe" bei den unterlegenen Agressoren (etwa durch den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag). Zu der Aussage, dass demokratische Strukturen ein Garant sind für anhaltenden Frieden, kann sich Dülffer jedoch nicht entschließen. Für Weyerer erstaunlich. Für ihn steht immerhin fest: Demokratie fördert die Friedfertigkeit und ist somit ein guter Exportartikel der Außenpolitik.
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