Josep Maria de Sagarra

Privatsachen

Roman
Cover: Privatsachen
Elfenbein Verlag, Berlin 2009
ISBN 9783932245862
Gebunden, 416 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Katalanischen von Felice Balletta und Limbeck Sven. Ein unbezahlter Wechsel und seine fatalen Folgen - als sich Don Tomas de Lloberola, das kauzig-hypochondrische Oberhaupt einer verarmten Barceloneser Adelsfamilie, weigert, für die Spielschulden seines ältesten Sohnes Frederic zu bürgen, provoziert er mit seiner Entscheidung eine Reaktion mit weitreichenden Konsequenzen. Josep Maria de Sagarra beschreibt mehr als nur den finanziellen und moralischen Niedergang der mittellosen, aber stolzen Lloberolas. "Privatsachen" ist ein emblematischer Schlüsselroman von epischer Breite: anachronistisch wirkende Aristokraten und neureiche Emporkömmlinge, geschäftstüchtige Konkubinen und falsche Heilige. Wortgewaltig, spöttisch bis zur Blasphemie und mit großer, kraftvoller Bildhaftigkeit blickt Sagarra auf das Doppelleben seiner Protagonisten hinter der wohlanständigen Fassade strenger Konventionen - und entlarvt auf diese Weise die Amoralität und Scheinheiligkeit des katalanischen Bürgertums zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.04.2010

Der 1932 im katalanischen Original erschienene Roman von Josep Maria de Sagarra wird laut Walter Haubrich keinen Skandal mehr auslösen. Der von Sagarra entlarvend dargestellte katalanische Adel und das reiche Bürgertum von Barcelona existieren heute so nicht mehr. Sagarra beschreibt den Verfall dieser Gesellschaft, wie Haubrich mitteilt, mit einer Ironie, einem Sprachschatz und einer Struktur, die das Buch der Tradition des erotischen Gesellschaftsromans entwachsen lässt. Bemerkenswert erscheint dem Rezensenten die Leistung zunächst der spanischen Übersetzer Manuel Vazquez Montalban und Jose Agustin Goytisolo, und dann, mit kleineren Einschränkungen, der deutschen Übersetzer Felice Balletta und Sven Limbeck, die den ironischen Ton des katalanischen Originals bewahren.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.07.2009

Eingenommen ist Kersten Knipp von Josep Maria de Sagarras erstmals 1932 erschienenem Roman über das Barcelona der 1920er Jahre. Im Mittelpunkt dieses großangelegten Panoramas um Verfall, erotische Erpressung und Geschäftemacherei sieht er die Geschichte der Familie Lloberola, die der Autor als "eine Art katalanischer Buddenbrooks" zeichnet. Allerdings fällt der Ton bei Sagarras zu seiner Freude wesentlich sarkastischer aus als bei Thomas Mann. Ja, für Knipp ist Sagarra einer der "großen Spötter der spanischen Literaturgeschichte bezeichnen". Zudem scheinen ihm die Figuren mehr Repräsentanten einer gesellschaftlichen Schicht als bei Mann. Besonders gelungen findet Knipp den Roman, wo er nicht den privaten, sondern allgemeinen Zerfall beschreibt.

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