"Natürlich kann ich Englisch. Kann doch jeder!" - Diese Illusion nistet vor allem in Werbeagenturen und Marketing-Abteilungen, deren Insassen nicht in der Lage sind, einen klaren deutschen Satz hervorzubringen. Wenn wir schon alle Englisch sprechen sollen, warum dann nicht gut? Leider tragen die Unterrichtssitten an manchen unserer Schulen wenig dazu bei. Da werden wie eh und je Intelligenz und Sprachgefühl der Lernenden kleingeschrieben. Von den Erleuchtungen der Linguistik wird kaum Gebrauch gemacht, und die segensreichen Tricks der kontrastiven Grammatik werden meist verschmäht. Es ist leicht, Englisch zu lernen, wenn man sich Judith Macheiner anvertraut. Sie appelliert an Fähigkeiten, über die wir bereits verfügen: die Kenntnis unserer eigenen Sprache, und sie wuchert mit diesem Kapital. Eher schmerzlos bringt sie uns auf den Stand ihrer Wissenschaft. Auch darüber, was eine Sprache (auch die eigene) im Innersten zusammenhält, erfahren wir allerhand aus diesem Buch. Ein Repertorium und ein ausführliches Glossar beschließen dieses Vademecum.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.12.2001
Hermann Unterstöger ist voll des Lobes über das neue Buch der Sprachwissenschaftlerin Macheiner. Im Gegensatz zu den aus dem Schulunterricht bekannten Lehrwerken habe sie Beispiele gewählt, die "oft richtiggehend schweben". Zu diesem Zweck führe sie Autoren an, die nicht nur gut, sondern häufig auch äußerst amüsant zu schreiben verstehen. Macheiner führe den Leser ins Innere der englischen Sprache und zugleich auch in das der deutschen, und deren Wesen vergesse sie selbst dann nicht, wenn sie einzelne grammatische Phänomene abhandele. Fazit: Das Buch sei "gescheit, tiefgründig, gut zu lesen". Als einziges Manko nennt der Rezensent die fehlenden Seitenzahlen im Inhaltsverzeichnis und ein fehlendes Register der Fachausdrücke.
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