Er ist der einzige Professor für Namensforschung in Deutschland: Jürgen Udolph lehrt an der Universität Leipzig und befasst sich seit vielen Jahren mit dem, was Namen über geographische Herkunft, über Beruf und Eigenschaften unserer Vorfahren verraten. Denn jeder Familienname sagte früher etwas Konkretes über seinen Besitzer aus. Heute ist diese ursprüngliche Bedeutung infolge einer jahrhundertelangen Weiterentwicklung oft nicht mehr erkennbar. Aber viele Menschen möchten das Geheimnis ihres Namens aufdecken. In seinem "Buch der Namen" hat Udolph erstmals eine Auswahl der interessantesten Geschichten aus seiner Forschertätigkeit zusammengetragen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.11.2005
Damit die Wissenschaft nicht zu bitter schmeckt, tröpfelt Professor Jürgen Udolph sie auf Zuckerstückchen und erzählt "wie ein rotnasiger Rentner am Stammtisch" von Promis. Das ist aber schon das einzige, was Ernst Horst an dem Buch auszusetzen hat, das den an Namensforschung interessierten Leser gut unterhält. Es handelt sich nämlich um eine spannende, mitunter vage Angelegenheit: eine Mischung aus "Geschichte und Sprachwissenschaft", aus "Wahrscheinlichkeitsrechnung" und "Detektivarbeit". Udolph, fasst Horst zusammen, erklärt "Berufsnamen", "Rufnamen" und "Übernamen", zeigt exemplarisch seine Fähigkeiten als Slawist und einziger deutscher Namensforscher mit Lehrstuhl und gibt ausgezeichnete Hinweise - Bücher, Websites, Geheimtipps - für alle, die ihren Namen deuten wollen. Noch dazu erfährt man etwas über das deutsche Namensrecht: Chenekwahow ist als Vorname genehmigt, Mechipchamueh nicht.
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